Gerechtigkeit in der Besoldung und Vergütung

Zur Gleichstellung der Lehrkräfte im Land Brandenburg haben am 22.11.2017 in schwierigen Verhandlungen die Gewerkschaften und Verbände einen Stufenplan mit der Landesregierung vereinbart, der Folgendes beinhaltet:

  1. Lehrkräfte mit den Lehrämtern für die Primarstufe sowie Lehrkräfte mit einer Befähigung nach Recht der ehemaligen DDR, die bisher in den Besoldungsgruppen A 12 / A 12 kW eingruppiert sind, werden zum 1. Januar 2019 in die Besoldungsgruppen A 13 / A 13 kW gehoben.

  2. Lehrkräfte mit einer Lehrbefähigung nach dem Recht der ehemaligen DDR, die bisher in der Besoldungsgruppe A 11 kW eingruppiert sind (z.B. Lehrkräfte mit einer Ausbildung als LuK), werden zum 1. Januar 2019 in die Besoldungsgruppe A 12 kW gehoben. Ab 1. August 2020 werden diese Lehrkräfte in einer weiteren Stufe in die Besoldungsgruppe A 13 kW befördert.

  3. Angestellte Lehrkräfte werden ebenfalls in die entsprechenden Entgeltgruppen angehoben.

Von diesen Hebungen werden mehr als 5000 Lehrkräfte, vor allem im Grundschulbereich profitieren. Wir sehen darin einen längst überfälligen Schritt zur Anerkennung und Wertschätzung dieser Lehrerinnen und Lehrer, die seit Jahrzehnten eine hervorragende Arbeit unter oftmals schwierigen Bedingungen leisten.

Qualifizierung von Seiteneinsteigern

Die Neueinstellungen ausgebildeter Lehrkräfte wird auch in den nächsten Jahren nicht ausreichen, um den Lehrkräftebedarf zu decken. Deshalb werden zunehmend Seiteneinsteiger eingestellt werden müssen, die über keine oder keine vollständige pädagogische Ausbildung verfügen. Pro Jahr rechnet das Land mit ca. 250 solcher Einstellungen.

Um die Qualität der schulischen Bildung zu sichern und um auch diesen neuen Kolleginnen und Kollegen eine echte berufliche Perspektive zu bieten, wurde u.a. beschlossen, dass diese Lehrkräfte vor Beginn ihrer selbständigen Lehrtätigkeit einen 3-monatigen Grundkurs absolvieren.

Weiterhin wird diesen Lehrkräften die Möglichkeit gegeben, berufsbegleitend eine Qualifizierung mit einer Gesamtdauer von maximal 5 Jahren zu absolvieren. Ziel es ist, dass sie nach erfolgreichem Abschluss der Qualifizierung den berufsbegleitenden Vorbereitungsdienst absolvieren, um so vollumfänglich die Laufbahnvoraussetzungen für den Schuldienst zu erfüllen.

Die Schulen, an denen Seiteneinsteiger eingestellt werden, erhalten pro Seiteneinsteiger eine Anrechnungsstunde, zur Betreuung, Einarbeitung und Unterstützung dieser Kollegen.

Wichtig ist, dass wir erreicht haben, dass der verhandelte TV-Umbau bis Ende 2020 verlängert wurde. Somit ist er über die Landtagswahlen hinaus verbindlich.

Gewerkschaften in Gesprächen mit der Landesregierung

Am 6. Oktober 2017 trafen sich Vertreter der Landesregierung Brandenburgs und der Gewerkschaften im Innenministerium, um über die sozialverträgliche Begleitung der Funktionalreform zu sprechen.

Zusätzlich wurden weitere Themen, wie die Steigerung der Attraktivität der Landesverwaltung Brandenburgs aufgerufen, die noch abschließend behandelt werden müssen.

Schwerpunkte dabei waren folgende für die Berufsgruppe der Lehrer relevante Maßnahmen:

Die Landesregierung hat zugesagt, in der nächsten Gesprächsrunde am 24.10.2017 Konzepte für berufsgruppenspezifische Maßnahmen vorzulegen. Hierzu gehören unter anderem:

  • Die Anhebung der Eingangsämter für Lehrkräfte mit einer auf die Grundschule bezogene   Lehramtsbefähigung oder Befähigung nach dem Recht der ehemaligen DDR

  • Die Qualifizierung von Seiteneinsteigern (Lehrkräfte)

Im Rahmen der Steigerung der Attraktivität der Landesverwaltung konnten die Vertreter der Landesregierung ihre Zusage unter anderem zu folgendem Themenbereichen erteilen:

  • Der Ausgleichszeitraum für Mehrarbeit soll von jetzt ein Jahr auf drei Monate verkürzt werden. Das dazu notwendige Gesetzgebungsverfahren ist bereits eingeleitet.

  • Es wird Gespräche zu den Themen Aufstiegs-, Stellenhebungs- und Beförderungs-/Höhergruppierungsmöglichkeiten geben.

  • Die Gesundheitsförderung der Landesbediensteten muss ein zentraler Bestandteil im Land Brandenburg werden. Da die Maßnahmen des Gesundheitsmanagements nicht zufriedenstellend sind.

  • Bei der Erstellung eines Konzeptes zur Steigerung der Attraktivität des öffentlichen Dienstes im Land Brandenburg werden die Gewerkschaften und Verbände beteiligt.

Richtungsweisender Termin am 24. Oktober 2017

Nachdem am 6. Oktober 2017 viele Themen nur angeschnitten wurden und eine inhaltliche Behandlung uns erst für den 24. Oktober 2017 zugesagt wurde, sind unsere Erwartungen hoch.

Die Vertreter des BPV, die an den Verhandlungen teilnehmen, kämpfen auch weiterhin für die von uns aufgestellten Forderungen. (www.bpv-vbe.de)

Quelle: Mitglieder-Info des dbb beamtenbund und tarifunion landesbund brandenburg

Brandenburgischer Pädagogen-Verband erwartet von Ministerin Britta Ernst zeitnahe Aufarbeitung der „Baustellen“ im Bildungsbereich

Brandenburgischer Pädagogen-Verband erwartet von Ministerin Britta Ernst zeitnahe Aufarbeitung der „Baustellen“ im Bildungsbereich

Der BPV hat der neu ernannten Ministerin für Bildung, Jugend

und Sport, Britta Ernst, zu ihrer Ernennung in einem Brief die aktuellen „Baustellen“ benannt und den akuten Handlungsbedarf mit klaren Forderungen zum Ausdruck gebracht.

Dazu gehören:

  • Gerechte Bezahlung für alle Lehrerinnen und Lehrer.

  • Sicherung der Qualität des Unterrichts durch Qualifizierungsmaßnahmen für Seiten- und Quereinsteiger.

  • Besetzung aller offenen Stellen

  • Verbesserung der Arbeitsbedingungen an den Schulen.

Der Brandenburgische Pädagogen-Verband wünscht der neuen Ministerin Erfolg bei der Bewältigung der anstehenden Aufgaben im Bildungsbereich und hofft auf eine zeitnahe Lösung der genannten Probleme.

Dabei darf sie nicht den bundesweiten Lehrermangel aus den Augen lassen, der bei falschen Signalen, wie bereits in einem ersten Interview angedeutet, zu noch größerem Personalmangel in den Schulen führt.

Wir als Gesamtlehrergewerkschaft werden die Entscheidungen der Ministerin auf den Prüfstand stellen und dafür kämpfen, dass für alle Kolleginnen und Kollegen in allen Schulformen angemessene Arbeitsbedingungen und eine gerechte Bezahlung umgesetzt werden.

Die Lage an unseren Schulen spitzt sich vor den Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und der Landesregierung zu!

Die Lage an unseren Schulen spitzt sich vor den Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und der Landesregierung zu!

Die momentane Situation an unseren Schulen ist so zu beschreiben:

Ungerechtigkeit in der Bezahlung!

Die 1100 zum Schuljahr 2017/18 neu zu besetzenden Lehrerstellen sind überwiegend mit Seiten- und Quereinsteigern gefüllt worden, die unvorbereitet den Unterricht übernehmen sollen.

Es gibt noch offene Stellen. Die Absicherung des Unterrichts ist dadurch massiv gefährdet.

Die Arbeitsbedingungen und das Schulklima verschärfen sich. Beamte dürfen nicht streiken, also macht die Idee für „Dienst nach Vorschrift“ die Runde.

Wie ernst nimmt die Landesregierung und vor allem die neue Bildungsministerin diese Situation? Werden wir mit taktischen Spielchen hingehalten in der Hoffnung, dass die Lehrkräfte weiterhin stillhalten?

Der BPV war zu diesen Fragen im Gespräch mit Politikern der Landtagsfraktionen.

Ein Ergebnis unserer Gespräche ist ein Antrag, der in die Landtagssitzung am 27.09.17 durch die CDU-Fraktion eingebracht wurde. Er widmet sich diesen Problemen und enthält notwendige Maßnahmen und Aufträge an die Regierungskoalition. (siehe Link) https://www.parlamentsdokumentation.brandenburg.de/parladoku/w6/drs/ab_7300/7386.pdf

Dieser Antrag wurde mit der Stimmenmehrheit der Regierungskoalition abgelehnt, obwohl deren Vertreter die darin gestellten Forderungen als gerechtfertigt ansehen.

Unsere Hoffnungen liegen nun auf den Verhandlungen zur Attraktivität des öffentlichen Dienstes in Brandenburg, die am 06.10.17 zwischen den Gewerkschaften und Verbänden und der Landesregierung beginnen. In diesen Verhandlungen müssen mindestens die im Antrag formulierten Forderungen als Ziel erreicht werden.

Diese Punkte werden wir als BPV in diesen Verhandlungen u.a. als Forderungen vertreten:

  • Lehrkräfte mit dem Lehramt für die Primarstufe sind den Lehrkräften mit dem stufenübergreifenden Lehramt für die Primarstufe und die Sek.I gleichzustellen.

  • Die Voraussetzungen für die Hebung der Ämter für die Lehrkräfte an Förderschulen, allgemeinbildenden Schulen und beruflichen Schulen in den Besoldungsgruppen A10kw, A11kw, A12kw nach dem Recht der DDR sind zu schaffen. Das gilt ebenso für die Lehrer unterer Klassen und für die sogenannten „Ein-Fach-Lehrer“.

  • Die Besoldungsordnung muss eine reale Chance zur Beförderung im Laufe der Dienstzeit ermöglichen.

  • Die Anerkennung besonderer Leistungen muss durch geeignete Maßnahmen, wie z.B. Anrechnungsstunden, Funktionsämter oder Zulagen, möglich sein.

  • Seiteneinsteiger sind ausreichend zu qualifizieren, bevor sie ihre Tätigkeit im Schuldienst aufnehmen. Im Laufe ihrer Tätigkeit müssen sie die Möglichkeit haben, berufsbegleitend einen qualifizierten und anerkannten Berufsabschluss zu erlangen.

BPV fordert – gerechte Bezahlung für alle

Noch vor einem Jahr lehnte es die Landesregierung in den Verhandlungen ab, die Bezahlung der Lehrerinnen und Lehrer zu erhöhen.

Nun hat sie die Tatsache eingeholt, dass Brandenburg bundesweit zum Schlusslicht und somit für Bewerber für den Lehrerberuf unattraktiv wurde. Das kann sich in Zeiten des akuten Lehrermangels kein Bundesland mehr leisten.

Deshalb hat die Landesregierung per Gesetz die Höhergruppierung der Lehrerinnen und Lehrer beschlossen.

Mit der Eingruppierung von mehr als 6000 Lehrerinnen und Lehrern in die A13 bzw. E13 wurde ein erster Schritt in die richtige Richtung getan, um ihre Arbeit anzuerkennen und die Attraktivität dieses Berufes zu erhöhen.

Doch bei aller Freude über diese Maßnahme steht die Frage im Raum: Was ist mit den verbliebenen ca. 2000 Lehrerinnen und Lehrern, vor allem an den Grundschulen, die dabei nicht berücksichtigt wurden? Gerade zu dieser Gruppe gehören die Kolleginnen und Kollegen, die jahrelang Verdiensteinbußen durch Zwangsteilzeit hinnehmen mussten, die die ersten Versuche der Inklusion und anderer pädagogischer Projekte umsetzen mussten und den pädagogischen Nachwuchs engagiert auf den Beruf vorbereiten.

Ist ihre Arbeit nicht Wert anerkannt zu werden? Und gerade in der Situation, da in den Grundschulen akuter Mangel an ausgebildetem Lehrerpersonal herrscht.

Hier gibt es dringenden Handlungsbedarf von Seiten der Landesregierung, um Gerechtigkeit herzustellen. Seit 2011 führt der Verband Bildung und Erziehung (VBE) eine bundesweite Kampagne unter dem Motto „Gerechtigkeit wa(a)gen“.

In Brandenburg hat sich in all den Jahren der BPV (Landesverband des VBE) dafür stark gemacht, unseren Beruf finanziell attraktiver und gerechter zu gestalten. Deshalb begrüßen wir diesen Schritt, erwarten aber mehr. Wir wissen, dass es bereits erste Überlegungen in der Landesregierung gibt, die noch nicht betroffenen Kollegen ebenfalls in eine finanziell bessere Situation zu bringen.

Diese Überlegungen müssen verstärkt und zu einem gerechten Ergebnis geführt werden.

Wir wissen auch, dass es in den Lehrerzimmern brodelt und die betroffenen Kolleginnen und Kollegen ihren Unmut über die gegenwärtige Ungerechtigkeit diskutieren. Diese Argumente müssen an die richtigen Personen gerichtet werden, wenn sie Wirkung erzielen sollen.

Bitte unterstützen Sie uns im Kampf für eine gerechte Bezahlung und schreiben Sie persönlich oder als Kollegium an die Abgeordneten des Landtages, vor allem an die bildungspolitischen Sprecher der Landtagsfraktionen Frau Koß (SPD), Frau Dannenberg (DIE LINKE), Frau von Halem (Bündnis 90/DIE GRÜNEN) und Herrn Hoffmann (CDU). (Adressen auf der Homepage des Landtags)

Teilen Sie ihnen mit, wie Sie die Situation sehen und was Sie von den Politikern erwarten.

Fordern Sie die Abgeordneten in Ihren Briefen auf, für Gerechtigkeit zu sorgen und Ihre Arbeit anzuerkennen.

Wir als BPV setzen uns auch weiterhin für unsere Kolleginnen und Kollegen ein und fordern von der Landesregierung eine gerechte Bezahlung für alle.

Erhöhung der Besoldung ist ein erster Schritt den Lehrermangel abzubauen

„Endlich hat die Landesregierung die Zeichen der Zeit erkannt!“, sagt Hartmut Stäker, Präsident des Brandenburgischen Pädagogen-Verbandes (BPV), als erste Reaktion zur Meldung über die Erhöhung der Besoldung.

„Bei dem akuten Lehrermangel ist das ein erster Schritt in die richtige Richtung. Nur wenn die Bedingungen in Brandenburg vergleichbar mit den anderen Bundesländern sind, gibt es Bewerber für die aktuell noch 450 offenen Stellen für das nächste Schuljahr.“

Die Anhebung der Besoldungsstufe von A12 auf A13 für Lehrer der Sekundarstufe I sieht Stäker nur als erste Maßnahme. Auch die Lehrer an den Grundschulen haben ein Anrecht auf die Erhöhung ihrer Besoldung.

Gerade in der Primarstufe herrscht schon seit Jahren akuter Mangel an ausgebildeten Lehrkräften. „Die offenen Stellen werden immer häufiger mit Quer- und Seiteneinsteigern besetzt. Hier muss umgehend eine adäquate Lösung gefunden werden“, verleiht Stäker der Forderung Nachdruck, auch die Lehrkräfte im Primarbereich in die A13 anzuheben.

Ursache für die Entscheidung der Landesregierung den 34 000 Landesbeamten die Besoldung zu erhöhen war ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts für Sachsen-Anhalt und Sachsen, das auch auf Brandenburg übertragen werden kann. Das bescheinigt für die Jahre 2004 bis 2014 eine zu niedrige Besoldung. Zuerst sollten nur lediglich die 300 Beamten, die gegen ihren Dienstherrn geklagt hatten, mit je 3000 bis 5000 Euro abgefunden werden.

„Es ist politisch unvertretbar, die Beamten nicht zu entschädigen, die auf Rechts- und Verfassungstreue ihres Dienstherrn vertrauen.“, gibt Stäker zu bedenken. Er äußert weiterhin die Erwartung, dass die in den Jahren 2004 bis 2014 in den Ruhestand versetzten Beamten ebenfalls eine Erhöhung ihrer Versorgungsbezüge erhalten.

Der Minister wälzt die Verantwortung für das Mathe-Abi-Desaster ab!

Für Minister Baaske ist auch offenbar klar, wer die Schuld am Mathe-Abi-Desaster in Brandenburg trägt, die Lehrer!

Brandenburger Mathematiklehrerinnen und –lehrer würden den Rahmenlehrplan nicht kennen und entsprechend umsetzen, nicht an Fortbildungen teilnehmen und es gäbe Missverständnisse, so seine Feststellungen, wohl in Unkenntnis der Realitäten.

Dabei müsste er es eigentlich besser wissen.

Er selbst hat ein externes Gutachten zu den Ursachen erstellen lassen, dass die vielen Kritikpunkte an der Abiturvorbereitung, die seit Jahren von den Lehrkräften des Landes Brandenburg ihm gegenüber benannt wurden, aufzeigt.

In seinen Äußerungen lässt er zu, dass die Brandenburger Mathematiklehrer öffentlich diffamiert werden.

Schwerpunkte sowohl des Gutachtens als auch der Forderungen der Lehrer sind für die Abiturstufe:

  • Trennung in Grund- und Leistungskurs

  • sofortige Erhöhung der Wochenstunden für den Leistungskurs

  • Konkretisierung der Rahmenlehrpläne bei Beachtung der beiden Kurse (Niveaustufen)

Der BPV kritisiert den Umgang und das Krisenmanagement des MBJS im Zusammenhang mit dem diesjährigen Mathematikabitur auf das Schärfste.

Der Minister verkennt die Lage, wenn er glaubt das Problem sei mit dem heutigen Nachschreiben gelöst.

Neben der Doppelbelastung der Lehrkräfte durch erneute Korrekturen unter großem Zeitdruck, sind die möglichen rechtlichen Folgen aus dem Verlauf des Abiturs 2017 nach wie vor offen.

Ein Minister, der durch seine Äußerungen die Wertigkeit des Brandenburger Abiturs herabsetzt und somit die Anerkennung unseres Abiturs in anderen Bundesländern weiter schmälert, setzt sich nicht wirklich für die Bildung im Land Brandenburg ein.

Diese Misere geht außerdem zu Lasten der Schülerinnen und Schüler des ABI-Jahrgangs und senkt ihre Chancen im Ranking um die Studienplätze.

Was bleibt, ist vor allem die Gewissheit, dass der Minister die Probleme wieder einmal auf die Lehrerinnen und Lehrer abwälzt und nicht als ihr oberster Dienstherr in ihrem Interesse vorausschauend und rechtssicher handelt.

Dafür gibt es eine glatte 6!

Der BPV verlangt A13/E13 für ALLE

Mit Erstaunen hat der Brandenburgische Pädagogen-Verband
(BPV) die Pläne der SPD-Landtagsfraktion aufgenommen, die
Bezahlung eines Teils der Lehrerinnen und Lehrer zu verbessern.
Hintergrund ist der Vorschlag, den Fraktionsvorsitzender
Mike Bischoff am 16.05.2017 bekannt gab. So sollen nach dem
Willen der SPD die neu einzustellenden Lehrerinnen und Lehrer
in den Grundschulen und Oberschulen des Landes eine Gehaltsklasse
höher, nämlich in A 13 bzw. EG 13, eingestuft und bezahlt
werden.
Der BPV fordert die A 13 bzw. EG 13 für alle Lehrerinnen und Lehrer des Landes. Eine
höhere Bezahlung nur der neu einzustellenden Lehrkräfte betrachten wir als Diskriminierung
aller Kolleginnen und Kollegen, die bereits im Schuldienst sind.
Dieser Ansatz ist nicht nur ungerechtfertigt, sondern verstößt sowohl gegen geltendes
Besoldung- und Tarifrecht als auch gegen das Grundgesetz.
Der BPV empfindet dies als eine himmelschreiende Ungerechtigkeit, dass nur die ab Sommer
2017 neu eingestellten Lehrerinnen und Lehrer in diesen Genuss kommen sollen. Gerade die
Kolleginnen und Kollegen, die seit Jahren oder gar Jahrzehnten das Hin-und-Her in der
Bildungspolitik Brandenburgs mitmachen mussten und noch nicht verzweifelt die Flucht in
andere Bundesländer ergriffen haben, sollen wieder das Nachsehen haben. „Diese Idee, die
jüngeren Kollegen finanziell anders zu behandeln als die älteren Kollegen, widerspricht jedem
Gerechtigkeitsgedanken. Wer eine anerkannte Ausbildung als Lehrer bzw. Lehrerin hat und
noch dazu dieselbe Arbeit leistet, hat auch gleich bezahlt zu werden“, sagt Hartmut Stäker,
Präsident des Brandenburgischen Pädagogen-Verbandes. Seit Jahren streitet der dem Verband
Bildung und Erziehung zugehörige Landesverband unter dem Motto „Gerechtigkeit
wa(a)gen“ für die Bezahlung aller Lehrerinnen und Lehrer nach der Besoldungsgruppe A 13
bzw. der Entgeltgruppe EG 13.

Verband Bildung und Erziehung legt Broschüre zur forsa-Umfrage „Gewalt gegen Lehrkräfte“ vor

BPV (Landesverband des VBE) engagiert sich weiter gegen Gewalt gegen Lehrkräfte

In der Broschüre, die ab sofort als Download verfügbar ist, wurden die Ergebnisse der vom VBE 2016 in Auftrag gegebenen forsa-Umfrage aufbereitet und um einen ausführlichen Serviceteil für Lehrkräfte ergänzt. So gibt es unter anderem mit bundesweiten Beispielen illustrierte Interviews mit den Rechtsexperten der VBE Landesverbände zu der Frage
„Was passiert, wenn was passiert? – bei psychischer Gewalt, bei Cybermobbing und bei körperlichen Angriffen“.

Herzstück der Broschüre sind landesspezifisch aufbereitete Antworten auf die Fragen:

  1. Was ist zu tun nach einem Angriff?

  2. Gibt es Handreichungen?

  3. Wer sind meine Ansprechpartner?

  4. Gibt es Präventionsangebote?

Für die Beantwortung der Fragen wurden u.a. Expertenwissen, Zuarbeiten und Antworten der Bildungs- und Kultusministerien und frei verfügbare Materialien verwendet.

„Die im November 2016 veröffentlichten Ergebnisse der forsa-Umfrage ‚Gewalt gegen Lehrkräfte‘ haben das Thema aus der Tabu-Zone geholt. Die Broschüre soll nun Lehrkräften im Umgang mit gegen sie gerichteter Gewalt helfen und Politik weitere Argumentationshilfe zur Begründung von Gesetzesverschärfungen liefern“, sagt anlässlich der Veröffentlichung Christina Adler, Vizepräsidentin des BPV.

Im Vorfeld der Behandlung der NRW-Gesetzesinitiative zur Strafverschärfung im Bundesrat am 16.12.2016 schrieb der Brandenburgische Pädagogen-Verband den Ministerpräsidenten Dietmar Woitke an und forderte die Unterstützung dieser Gesetzesinitiative.

Bundesjustizminister Maas hat mittlerweile die Gesetzesverschärfung zum besseren Schutz von Sicherheits- und Rettungskräften durchgesetzt. Trotz der Empfehlung des Innenausschusses des Bundesrates, die Regelungen auf alle Amtsträger auszuweiten, wurde dies nicht umgesetzt.

Udo Beckmann (VBE-Bundesvorsitzender) fand dafür deutliche Worte und warf dem Minister vor, dass der Gesetzentwurf zu einem Ranking der Wertschätzung der im öffentlichen Dienst Beschäftigten führt. Beckmann betont: „Wir wollen aber nicht nur Missstände aufzeigen, wir wollen auch helfen. Deutlich wurde nämlich, dass vielfach keine Transparenz darüber besteht, wie bei einem Angriff vorzugehen ist.“

Aus diesem Grund gibt der VBE-Bundesverband nun die Broschüre „Das Tabu brechen – Gewalt gegen Lehrkräfte“ heraus. Diese steht allen Interessenten zum Download zur Verfügung über den Link http://www.vbe.de/angebote/gewaltbroschuere.html.

Der Brandenburgische Pädagogen-Verband ist gemeinsam mit den Lehrerverbänden des Landes Brandenburg mit dem Ministerium für Bildung, Jugend und Sport zu dieser Thematik im Gespräch. Dabei sollen die Ergebnisse, zu den im Januar erarbeitete Schwerpunkten, in einem weiteren Gespräch im Juni vom MBJS vorgelegt werden.

Für Fragen steht der Brandenburgische Pädagogen-Verband gern zur Verfügung.

ICH.DU.INKLUSION – wenn Anspruch auf Wirklichkeit trifft

Ein Dokumentarfilm zeigt den Schulalltag.

Am 04.05.2017 war, wie in über 60 Kinos deutschlandweit, der Start für den Dokumentarfilm von Regisseur Thomas Binn,
ICH.DU.INKLUSION-wenn Anspruch auf Wirklichkeit trifft, im ausverkauften Thalia-Kino Potsdam.

Dieser Film, der in Partnerschaft mit dem Bundesverband Bildung und Erziehung (VBE) entstand, zeigt am Beispiel einer Grundschule in Nordrhein-Westfalen, eine Langzeitbeobachtung, die verdeutlicht, welche Auswirkungen die Umsetzung von Inklusion im Schulalltag hat.

Der Brandenburgische Pädagogen-Verband (BPV) hatte interessierte Lehrerinnen und Lehrer und Eltern zu dieser Filmvorführung eingeladen und unterstützte diese Veranstaltung mit einem Filmgespräch. Dabei standen die Erfahrungen von betroffenen Eltern, Schulleitungen und Sonderpädagogen im Fokus.

Im Filmgespräch erläuterte die Mutter eines sehgeschädigten Kindes, was sie von inklusiver Beschulung im gemeinsamen Unterricht erwartet, wenn ihre Tochter zur Schule geht. Die Schulleiterin Frau Sabine Hummel, sie leitet eine Potsdamer Grundschule die am Pilotprojekt „Gemeinsames Lernen“ teilnimmt, beschrieb die aktuellen Rahmenbedingungen für das gemeinsame Lernen behinderter und nichtbehinderter Kinder in Brandenburg. Dabei wurde deutlich, dass die Erwartungen der Mutter nicht erfüllt werden können, weil die personellen Ressourcen und die materielle Ausstattung nicht den Anforderungen entsprechen.

An diesem Zustand wird sich in naher Zukunft nichts ändern, stellte Frau Prof. Dr. Karin Salzberg-Ludwig fest. Sie arbeitet im Bereich Erziehungswissenschaften-Inklusion und Organisationsentwicklung an der Universität Potsdam. Als Landesvorsitzende des Verbandes Sonderpädagogik hatte sie bereits Einsicht in den Entwurf der neuen Verwaltungsvorschrift Sonderpädagogik des MBJS, die 2018 in Kraft treten soll.

Wie der Titel des Films schon aussagt, klaffen Anspruch und Wirklichkeit bei der Umsetzung des gemeinsamen Unterrichts weit auseinander. Das gilt nicht nur für NRW, wie im Film gezeigt, sondern im gleichen Maße für Brandenburg.

Es fehlen Sonderpädagogen, Räume für Kleingruppen, Weiterbildung, anständig bezahltes und geschultes Hilfspersonal, sogenannte multiprofessionelle Teams und vor allem Zeit für die eigentliche pädagogische Arbeit am Kind.

Hartmut Stäker, Präsident des BPV, äußerte sich nach dem Film: „Diesen Film zu sehen sollte die Pflicht eines jeden Bildungspolitikers sein, bevor er überhaupt über Inklusion bzw. gemeinsames Lernen spricht.“

Wir fordern alle Politikerinnen und Politiker dazu auf, sich diesen Film anzusehen und mit uns als Gewerkschaft ins Gespräch zu kommen.

Wir sind die Experten, denn wir arbeiten täglich mit den Kindern in den Schulen unter den dargestellten Bedingungen.

Inklusion ist eine Sache der gesamten Gesellschaft und nicht nur der Schulen.