Im Spannungsfeld zwischen Datenschutz und Bildungsgerechtigkeit
Am 01. und 02.06. fand das zweite Bundestreffen 2018 des Jungen VBE Bund in Berlin statt. Bundesvorsitzender Udo Beckmann erfreute die Landessprecher*innen des Jungen VBE über beide Tage mit seiner Anwesenheit und beteiligte sich rege am Austausch der Länder untereinander. Anwesend waren Vertreter*innen aus Berlin, Brandenburg, Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Saarland und Thüringen.
Für die neu gewählten Mitglieder des Gremiums stellt Udo Beckmann auf diesem Treffen die Entwicklung des VBE Bund in der historischen Genese dar und gibt auch Ausblicke für die zukünftige Arbeit des Dachverbandes. VBE Bund-Pressereferentin Anne Roewer lädt nachfolgend zu einem Informationsgespräch mit anschließender Diskussion zu den Veränderungen der verbandsorganisatorischen Arbeit nach der im Mai in Kraft getretenen Datenschutzgrundverordnung ein. Hier konnten viele Fragen und Ängste aufgelöst werden, da die Bundesreferentin sich in den letzten Wochen mannigfaltiges Expertenwissen angeeignet hat.
Der zweite Teil der Tagung wurde von der gemeinnützigen Bildungsinitiative „Teach First Deutschland“ gestaltet. Geschäftsführer Ulf Matysiak und Referentin Michaela Wintrich stellten eindrucksvoll die deutschlandweiten Aktivitäten der gemeinnützigen NGO vor. Ihrer Vision: „Jedes Kind verlässt die Schule mit einem Abschluss und dem festen Glauben an den eigenen Erfolg“ folgend bekämpfen sie Bildungsungleichheiten in Deutschland. Sie berichten über den Einsatz von über 200 Fellows an Brennpunktschulen, die sowohl im Unterricht, als auch im Nachmittagsbereich für den Bildungsaufstieg möglichst vieler Kinder und Jugendliche sorgen. Nach einer anregenden Debatte verabschieden die Landessprecher*innen die neue Geschäftsordnung des Jungen VBE Bund, die nun dem Bundesvorstand zur Beschlussfassung vorgelegt wird.
Aufgrund der gestiegenen Aufgabenbereiche des Jungen VBE Bund und der regen Beteiligung der Landesverbände werden künftig drei jährliche Treffen stattfinden, um eine noch effektivere Arbeit ermöglichen zu können.
Fachtagung: Gewalt an Schulen
Jahresarbeitsplan Kreisverband Cottbus für das Jahr 2018
Sommertreffen in Lübbenau
Die Mitglieder des Kreisverbandes OSL finden sich zweimal im Jahr in lockerer Runde zusammen.
Neben den gewerkschaftlichen und schulischen Themen dienen diese Treffen aber auch dem geselligen Beisammensein.
Anfang Dezember suchen wir in Saßleben unseren Bowlingmeister. Selbstgebackene Plätzchen und ein kleines Geschenk lassen bei uns neben dem Schulstress die Vorfreude auf das Weihnachtsfest aufkommen.
Zu unserem diesjährigen Sommertreffen ging es am 13.06.2017 nach Lübbenau. Herr Lehmann vom Touristenverband begrüßte uns in traditioneller Kleidung. Wie vor hundert Jahren erschien er in weißer Hose, weißem Hemd, Stiefel, dunklem Jackett und Hut. Ein Stock und ein alter Koffer vervollständigten seine Aufmachung. Aber was wollte er mit dem alten Koffer? Das sollten wir in den kommenden eineinhalb Stunden bei einem kleinen Rundgang erfahren.
An wirklich passenden Orten öffnete Herr Lehmann seinen Koffer, verkleidete sich und spielte uns verschiedene Spreewaldsagen vor. Einmal war er der Nix, der die Angler ärgerte, weil sie in sein Reich eindrangen. An anderer Stelle spielte er den Teufel, der mit seinem Pflug den Spreewald entstehen ließ. Als betrunkener Bauer betrog er die Irrlichter und endete deshalb im Moor. Im Schlosspark war er ein Junker, der dem Schlangenkönig die Krone stahl. Aus dem Erlös der Krone baute er sich das Schloss, vor dem wir gerade standen.
Obwohl viele von uns die Stadt Lübbenau, den Spreewald und einige Sagen kennen, war es Dank Herrn Lehmanns schauspielerischer Leistung sehr unterhaltsam und informativ. Er hat es geschafft, uns für kurze Zeit in eine andere Welt zu entführen.
Ein anschließender Gaststättenbesuch ließ den schönen Abend ausklingen.
Die Mücken haben uns übrigens nicht auf unserem Ausflug begleitet.
Gedanken zur Arbeitszeit der Lehrkräfte
Das MBJS veröffentlichte im September 2007 einen Leitfaden „Aufgaben des päd. Personals an Schulen in öffentlicher Trägerschaft im Land Brandenburg“. Hier sind u.a. folgende Aufgaben für Lehrkräfte aufgeführt:
Unterricht
Bildung und Erziehung
Beratung
Bewertung
Schulische Verwaltungsaufgaben
Leitung einer Klasse/Tutorengruppe
Leitung einer Jahrgangsstufe
Eigentlich hätte ein guter Lehrer mit diesen Aufgaben genug zu tun, die 40 Stunden Arbeitswoche eines Beamten (das sind ja die meisten Kollegen) wäre voll ausgefüllt.
Wer ein engagierter Lehrer ist (schwarze Schafe gibt es in jeder Berufsgruppe!) wird wissen, dass viele Kollegen mehr als 40 Stunden in der Woche arbeiten. Ich selbst addierte einmal meine Arbeitszeit zusammen und kam in einer Woche auf 52 Stunden, die ich für mein Berufsleben eigespannt war. Nun gut, wir haben auch die Ferien… Aber die haben wir auch regelmäßig bitter nötig. Und wenn wir am Sonntag wieder am Schreibtisch sitzen und uns auf den Unterricht am Montag vorbereiten, dann ist das ja auch Arbeitszeit …. So habe ich selbst in den Ferien auch kein schlechtes Gewissen mehr zuhause zu sein, wenn andere Berufsgruppen früh raus müssen.
Und welche Aufgaben sollten wir nun auch noch übernehmen?
Jede Schule schreibt in den zukünftigen Jahren seinen eigenen schulinternen Rahmenlehrplan.
Wer durchzählt, wie viele Fächer in einer Schule unterrichtet werden und wer mitzählen kann, wie viele Kollegen an einer Schule arbeiten weiß, dass fast jeder Kollege an einer kleineren Schule allein für ein Fach die Verantwortung trägt. Im ländlichen Raum sind große Schulen fast nur noch in der Schulform Gymnasium zu finden, die Grundschulen kommen teilweise mit weniger als 10 Kollegen aus.
Als Grundlage für die Schulinternen Rahmenpläne gibt es eine „Bibel“ – Curriculum (gefühlte 1000 Seiten), die keiner mit ins Bett nehmen kann, die kaum auf dem Schreibtisch Platz hat, die eigentlich nur am Rechner gelesen werden kann. Unsere Aufgabe ist es quer zu lesen, das heißt, viele viele verschiedene Seiten (Kompetenzbereiche und Standards, Themen und Inhalte, Bezüge zu den Basiscurricula, Bezüge zu übergreifenden Themen, Fächerverbindende Bezüge … und gaaanz wichtig: die Medienkompetenz) müssen miteinander verknüpft werden, um den „eigenen“ Plan zu schreiben.
Ja, wir arbeiten dran, er muss nicht gleich fertig sein, er wird ja im nächsten Schuljahr erst eingeführt und dann geht’s weiter…
Aber es gibt auch Schulen, Schulleiter, übereifrige Kollegen, die denken, der Plan müsse zu Beginn des kommenden Schuljahres stehen. Ich sage da nur: falsch und selbst Schuld.
Aber eigentlich sind genau diese Kollegen ja daran interessiert, dass Schule noch nach Plan funktioniert.
Das Ministerium gibt uns (hoffentlich guten Gewissens) die Freiheit: wir probieren erst einmal, mal sehen, was raus kommt („Versuche am lebenden Objekt“). Keiner muss, aber alle machen mit.
Jede Schule schreibt seinen eigenen Plan – wie viel Arbeitszeit da verbrannt wird.
Die Erarbeitung des Curriculums hat auch Zeit in Anspruch genommen – es wurde viel aufgeschrieben, immer nach dem Motto: neue Pläne – alles (in diesem Fall die Bildung) wird besser. Wer‘s glaubt…?
Es ist schlimm zu wissen, dass es sicher Eltern gibt, die mit ihren schulpflichtigen Kindern umziehen. Schließlich erwartet man ja in unserer Gesellschaft Flexibilität am Arbeitsplatz. Demzufolge müssen die Kinder dann auch die Schule wechseln. Im schlimmsten Fall lernt dann ein Kind zwei Jahre hintereinander die gleichen Inhalte oder es fehlt Grundwissen, das an der „neuen“ Schule schon im vergangenen Jahr unterrichtet wurde. Das auszugleichen ist dann wieder „nach umfangreichem Studium des Kindes“ Aufgabe des Lehrers mit dem individuellen Förderplan.
Und für uns Kollegen ist es schlimm zu wissen, wie das Ministerium mit unserer Arbeitszeit und mit unserer Kraft umgeht, die wir ja in die Erarbeitung des neuen Schulinternen Rahmenplans stecken müssen. Die eigentliche pädagogische Arbeit, nämlich die Vorbereitung und Nachbereitung des Unterrichts, die ständig steigenden Anforderungen an die Differenzierung (Inklusion), die Zusammenarbeit mit Eltern und allen anderen geforderten multiprofessionellen Partnern kommt dabei zu kurz.
Der Knaller ist nun auch noch die neuerliche Diskussion um die Schulnoten.
Geht’s noch?
Vielleicht ist das die Reaktion auf die Feststellung, dass mit den Niveaustufen des neuen Rahmenlehrplans (noch?) keine sinnvolle Bewertung möglich ist.
Die Gesellschaft (Eltern, Berufswelt…) ist überhaupt nicht auf Worturteile eingestellt, kann mit Worturteilen wenig anfangen, mal abgesehen davon, dass es da ja dann auch wieder möglich ist, dass „Fritzchen“ von Kollege A. ganz anders „interpretiert“ wird , als von Kollege B.
Und gut überlegte und wohl durchdachte Worturteile erfordern auch viel viel Zeit (jeder, der schon Beurteilungen geschrieben hat, weiß das).
Dann gibt es in der oben genannten Veröffentlichung des MBJS aber noch den Passus:
Aufgaben der/des Leiterin/Leiters einer Fachkonferenz
Hier heißt es u.a.: Der Leiter einer Fachkonferenz hat die Aufgabe, – die Arbeit der Fachkonferenz in Abstimmung mit der Schulleitung zu koordinieren, – die laufende Fortschreibung der schuleigenen Lehrpläne/ des schulinternen Curriculums zu organisieren, – Abstimmungen mit den anderen Fachkonferenzen der Schule über allgemeine Richtlinien durchzuführen, – die Beschlüsse der Konferenz der Lehrkräfte umzusetzen, – die Zusammenarbeit mit Fachkonferenzen anderer Schulen zu koordinieren, – für die Umsetzung der Beschlüsse der Fachkonferenz zu sorgen… und – mit Vertreterinnen und Vertretern des B.U.S.S. zusammenzuarbeiten.
Nach diesem Leitfaden kommen wir an der Verfassung der schulinternen Rahmenlehrpläne nicht vorbei. Wie bindend Leitfäden für unsere Arbeit sind, dass sollen andere prüfen.
Ich bin Fachkonferenzleiter und eigentlich gern Lehrer und hoffe, ich habe die Kraft es noch ein paar Jahre zu sein. Und es schmerzt mich sehr in der Gesellschaft immer wieder zu hören: „Bloß gut, mein Kind ist durch diese Bildungssystem durch. Hoffentlich hat sich bis zur Einschulung der Enkel etwas getan….“ Schließlich bin ich selbst „ein Teilchen“ diese Bildungssystems.
UND auch ich werde älter und merke, wie die Kraft schwindet.
Anke Burdack
(Förderschullehrerin, Fachkonferenzleiterin Deutsch, Personalratsmitglied, Kreissprecherin des BPV in OSL und Mutter einer vierköpfigen Familie)
Sagentour des BPV-Kreisverbandes OSL
Liebe Mitglieder des BPV in OSL,
Der Spreewald ist für seinen Sagenreichtum bekannt.
Am 13.06.2017 geht deshalb der Kreisverband OSL im Rahmen des jährlichen Sommertreffens in Lübbenau auf Sagentour.
Wir treffen uns um 17.00 Uhr an der Touristeninfo Lübbenau, Ehm-Welk-Str. 15,
laufen ca.1,5 h und essen dann ab 19.00 Uhr im Café “Zeitlos” Flammkuchen.
Die Sagentour ist für Mitglieder des BPV kostenfrei, die Finanzierung des Essens regeln wir vor Ort.
Es können auch Partner / Nichtmitglieder an der Tour teilnehmen, diese zahlen dann für die Tour 6,00 €.
Nun warte ich bis zum 24.05.2017 auf Ihre Anmeldungen.
Schön wäre, wenn auch Mitglieder dabei sein können, die noch nicht in unserer Runde bekannt sind.
Liebe Grüße
Anke Burdack
BPV-Kreisverband OSL
Tel.: 035434/12601
E-Mail: burdack@bpv-vbe.de
