„Effizienter lernen – Die Magie eines optimalen Gedächtnisses“

Mit diesem interaktiven Workshop eröffnet Gregor Staub, einer der bekanntesten Gedächtnistrainer im deutschsprachigen Raum, den Deutschen Lehrertag am 21.03.2019 in Leipzig. Gemeinsam mit dem Verband Bildung und Erziehung organisiert der Verband Bildungsmedien e. V. diese Veranstaltung im Rahmen der Leipziger Buchmesse 2019. Das Motto lautet „Schule 2019 – Zukunft gestalten!“. Nach dem Hauptvortrag werden 33…

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Ihre Meinung zum Handschreiben ist gefragt!

Das Erlernen der Handschrift weist sich nachweislich positiv auf die Entwicklung der motorischen und geistigen Fähigkeiten von Kindern aus. Was wir handschriftlich notieren, können wir uns besser merken. Das gilt auch für Schülerinnen und Schüler beim Erlernen von Unterrichtsstoff. Allerdings gibt es keine neueren Erkenntnisse zum Handschrifterwerb. Auch der Einfluss des Einsatzes digitaler Endgeräte auf…

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Regionalkonferenzen: Bildungsqualität durch Fachkräfte stärken

  Das ist das Thema unseres Konzeptes, in dem wir Ideen zusammengetragen haben, um die anstehenden Probleme im Bereich Bildung des Landes Brandenburg anzugehen. Dazu haben wir Vertreter aus allen Bereichen, die Bildung unterstützen zu Regionalkonferenzen eingeladen. Die Resonanz ist gut. Das heißt, dass es in den verschiedensten Gremien und Bereichen Interesse gibt, sich über…

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Bericht: 10. Verbandstag des Brandenburgischen Pädagogen-Verbandes

Öffentliche Veranstaltung zum Thema „Bildungsqualität durch Fachkräfte stärken“. Auf der öffentlichen Veranstaltung im Rahmen dieses Verbandstages diskutierten Bildungspolitiker der Bundes- und der Landespolitik und Mitglieder der Mitwirkungsgremien unter dem Thema „Bildungsqualität durch Fachkräfte stärken“. Das Referat zum Thema „Bildungsqualität durch Fachkräfte stärken“. hält Frau Dr. Dietlinde Tiemann (MdB, CDU) Zu dieser Veranstaltung sind weiterhin als…

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Offener Brief zum Schreiben des MBJS zur Verbesserung der Kompetenzen der Rechtschreibung und des Lesens

Sehr geehrte Ministerin Ernst,
es ist richtig, dass die Rechtschreib- und Lesekompetenzen der Schülerinnen und Schüler Brandenburgs verbesserungswürdig sind. Fraglich ist allerdings, ob die im Schreiben vom 15.11.2019, das an alle Lehrkräfte gerichtet war, geforderten Maßnahmen dazu geeignet sind.

Lehrkräfte benötigen Zeit für die Entwicklung der Kompetenzen und auch die entsprechenden Rahmenbedingungen. Das Schreiben des MBJS ist reiner Aktionismus. Wir brauchen und erwarten stattdessen einen langfristigen und nachhaltigen Plan. Das Schreiben zeigt wieder einmal, dass Lehrkräfte in Brandenburg nicht als Fachkräfte für Bildung gesehen werden. Schulleitungen werden zu Controllern degradiert. Das Schulgesetz und die VV Leistungsbewertung sowie schulische Gremien und Konferenzbeschlüsse werden ignoriert. Einige Passagen halten wir für rechtlich zweifelhaft, z.B. wenn Schulleiter ggf. Gremienbeschlüsse außer Kraft setzen sollen, obwohl diese nicht gegen gesetzliche Vorgaben verstoßen (vgl. §71 Absatz 5 BbgSchulG). Der Landesschulbeirat wurde bisher dazu nicht einmal gehört. Es werden in dem Schreiben entsprechende rechtliche Vorschriften angeführt, aber gleichzeitig Anweisungen „empfohlen“, die diesen zuwiderlaufen. So lässt sich z. B. die Vorgabe, es seien „… in Jahrgangsstufe 2 bis 6 alle schriftlichen Arbeiten und alle schriftlichen Lernerfolgskontrollen im Fach Deutsch so zu gestalten, dass der Kompetenzbereich „Schreiben – richtig Schreiben“ jeweils zur Hälfte den Schwerpunkt bildet. …“, nicht aus der VV Leistungsbewertung ableiten. Im Gegenteil: Auch aus den Bewertungsvorgaben für das Fach Deutsch lässt sich das nicht entnehmen. Gleichzeitig wird hier unbegründet in die pädagogische Arbeit und die Lern- und Lehrkonzepte
eingegriffen.

Wir gehen davon aus, dass die Lehrkräfte des Landes Brandenburg über die ausreichende Professionalität verfügen. Im Zusammenhang mit dem neuen Rahmenplan wurde in den schulinternen Rahmenplänen der Sprachbildung ein entsprechender Stellenwert gegeben. Diese sind gerade erst in Kraft getreten und können somit auch noch keine Wirkung entfalten.
Das Schreiben Ihres Hauses konterkariert pädagogische Prozesse der Kompetenzentwicklung. Die Lehrkräfte haben gemeinsam mit den Gremienvertretern pädagogische Konzepte erarbeitet und ihrer Schülerschaft entsprechend angepasst. Diese Konzepte werden stetig mit den Gremien weiterentwickelt. Es ist selbstverständlich, dass die Sprachbildung in allen Unterrichtsfächern eine Rolle spielt.

Wir erwarten, dass Sie dafür Sorge tragen, dass zukünftig nicht derartig unbegründet und pauschalisiert in die Arbeit der Schulen eingegriffen wird. Gleichzeitig sollten Sie darauf vertrauen, dass Schulen, falls notwendig, durch die Fachschulräte und die Schulaufsicht der Schulämter sowie in den Netzwerken der Schulleitungen entsprechende Beratung erhalten.

Gleiche Bezahlung für Lehrer aller Schulstufen erreicht

Im Jahre 2011 war der VBE angetreten und hat mit seiner Kampagne „Gerechtigkeit wa(a)gen“ für einheitliche Bezahlung aller Lehrer, unabhängig von der Schulstufe, in der sie unterrichten, gekämpft. Nun scheint im Bundesland Brandenburg erstmals das Ziel erreicht. In der allerletzten Sitzung vor Weihnachten und dem Jahreswechsel hat der Landtag Brandenburg am 14.12.18 das „Gesetz zur Änderung besoldungs- und versorgungsrechtlicher sowie weiterer beamtenrechtlicher Vorschriften 2018“ beschlossen. Es trat zum 01. Januar 2019 bereits in Kraft. Inhalt des Gesetzes sind die beschlossenen Veränderungen aus den Verhandlungen zwischen den Gewerkschaften und Verbänden mit der Landesregierung vom November 2017.
Konkret bedeutet das für den Schulbereich: Lehrerinnen und Lehrer mit einem Lehramt der Primarstufe und Lehrerinnen und Lehrer mit einer Lehrbefähigung für nur ein Fach der Sekundarstufe I, die bisher nach der Besoldungs- bzw. Entgeltgruppe A12/E11 bezahlt wurden, erhalten jetzt A13/E13. Lehrerinnen und Lehrer mit einem Lehramt der Sekundarstufe I bzw. mit einer Lehrbefähigung für zwei Fächer der Sekundarstufe I wurden ja bereits mit Wirkung vom 01.August 2017 in die A13/E13 angehoben.
Somit werden jetzt alle Lehreinnen und Lehrer mit einer vollständigen Lehrerausbildung nach A13/E13 bezahlt. Auch die Lehrerinnen und Lehrer mit einer DDR-Lehrerausbildung werden mit A13/E13 bezahlt bzw. haben die Möglichkeit, diese Eingruppierung in naher Zukunft zu erreichen. Die Lehrer unterer Klassen (LuK), ehemals in der DDR mit einer Lehrbefähigung für die Klassen 1 bis 4 ausgebildet, werden ab 01.01.2019 von A11/E10 in die A12/E11 angehoben. Mittels Bewährung können diese dann ab 01.08.2020 ebenfalls in die A13/E13 befördert werden.
Damit ist Brandenburg das erste Bundesland, das Lehrerinnen und Lehrer mit einer vollständigen Lehrerausbildung nach DDR-Recht bzw. nach bundesdeutschen Recht mit A13/E13 bezahlt. „Erreicht haben wir das, weil wir seit 2011 kontinuierlich entsprechend unserer Forderungen aus der Kampagne ‚Gerechtigkeit wa(a)gen‘ gegenüber der Landesregierung die gleiche Bezahlung in allen Schulstufen gefordert haben. Es scheint nun so, dass die Bezahlung der Lehrer nach der Schuhgröße ihrer Schüler nun endlich der Vergangenheit angehört“ äußert sich Hartmut Stäker, Präsident des BPV.
Die Mitarbeiter der Verwaltung sind nun dabei, die entsprechenden Durchführungsbestimmungen umzusetzen. Es wird jedoch noch einige Wochen dauern, bis das höhere Gehalt und die Nachzahlung für die Vormonate auf den Konten der Betreffenden ankommen. Mit dem Beschluss des Gesetzes ist jedoch Rechtssicherheit hergestellt worden.

Zu genaueren Weiterlesen hier das beschlossene Gesetz im Wortlaut:
https://bravors.brandenburg.de/br2/sixcms/media.php/76/GVBl_I_35_2018.pdf

10. Landesverbandstag des BPV hat beraten

Am Samstag, den 17.11.18 fand der 10. Landesverbandstag des Brandenburgischen Pädagogen-Verbandes (BPV) Blankenfelde statt. Auf der öffentlichen Veranstaltung im Rahmen dieses Verbandstages diskutierten Bildungspolitiker der Bundes- und der Landespolitik und Mitglieder der Mitwirkungsgremien unter dem Thema „Bildungsqualität durch Fachkräfte stärken“.

Inklusion hat mit der UN-Behindertenrechtskonvention Einzug in die Schulen gehalten, die Heterogenität der Schüler innerhalb einer Lerngruppe bzw. Klasse hat stark zugenommen und die Digitalisierung, das sind drei Entwicklungen, die die Schule vor viele neuen Aufgaben stellt. Hartmut Stäker, wiedergewählter Präsident des BPV, meinte, dass „man sich Hilfe holen muss. Fachkräfte, die sich mit diesen Problemen auskennen, müssen in die Schulen geholt werden.“ Nur so ist es möglich, dass die Lehrer sich auf ihre pädagogische Arbeit konzentrieren können, und die Bildungsqualität erhalten oder gar verbessert wird.

Im anschließenden nichtöffentlichen Teil des Verbandstages wurden bildungspolitische, berufspolitische und verbandsorganisatorische Anträge diskutiert und die Verbandsleitung neu gewählt. Der Geschäftsführende Vorstand setzt sich demnach wie folgt zusammen:
Präsident – Hartmut Stäker
Vizepräsidenten – Christina Adler, Dagmar Graefe, Henning Probst, Regina Schollmeier

Schatzmeisterin – Monika Barwisch
Beisitzer – Heike Müller, Sophie Krüger
Vertreter des Jungen BPV – Alexander Lipp

Diese neue Führung steht auch für Beständigkeit in der Vertretung der Interessen der Lehrerinnnen und Lehrer aller Schulstufen im Land Brandenburg.

Regionalkonferenzen: Bildungsqualität durch Fachkräfte stärken

 

Das ist das Thema unseres Konzeptes, in dem wir Ideen zusammengetragen haben, um die anstehenden Probleme im Bereich Bildung des Landes Brandenburg anzugehen.

Dazu haben wir Vertreter aus allen Bereichen, die Bildung unterstützen zu Regionalkonferenzen eingeladen.

Die Resonanz ist gut. Das heißt, dass es in den verschiedensten Gremien und Bereichen Interesse gibt, sich über neue Wege auszutauschen, um gute Qualität von Bildung in den Schulen zu sichern.

So sind Vertreter der Kreisschulbeiräte, Schülervertreter, Verantwortliche der Kommunen als Schulträger, Schulmanager, Projektleiter, Sozialarbeiter, Lehrer, Schulleiter und Schulamtsvertreter in den Diskussionsrunden aktiv. Viele Informationen werden ausgetauscht, Erfahrungen eingebracht, aber auch Probleme benannt, die es auf dem Weg noch zu lösen gilt.

Nachdem wir unser Konzept schon im Mai 2018 in den Landtagsfraktionen und im MBJS vorgestellt und diskutiert haben, wollen wir zum Verbandstag am 17.11.2018 in der öffentlichen Veranstaltung gemeinsam mit einigen Gästen ein erstes Fazit ziehen.

Termine: Potsdam: 27.09.2018; Strausberg: 11.10.2018; Neustadt/Dosse: 18.10.2018; Cottbus: 22.11.2018

Bildungsqualität durch Fachkräfte stärken

Wir, der Brandenburgische Pädagogen-Verband, haben ein Konzept erarbeitet, in dem grundlegende Ideen zusammengestellt wurden, die ein gutes Schulklima stärken und Lösung für die Probleme in der täglichen Arbeit mit den Schülern sein können.

In Zeiten des akuten Lehrermangels, des Einsatzes von unausgebildeten Seiteneinsteigern und der Verschärfung des Schulklimas, ist es dringend, die Qualität von Bildung im Blick zu behalten.

Es ist deshalb zwingend notwendig, dass die ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrer in erster Linie zur Gestaltung des Unterrichts eingesetzt werden. Aufgaben, die nicht direkt mit der Profession eines Lehrers in Verbindung stehen, müssen von anderen Fachkräften u.a. aus den Bereichen Verwaltung, Sozialarbeit oder Technik übernommen werden.

Die herkömmlichen Mittel und Konzepte können nicht mehr für eine gute Qualität von Bildung sorgen.

Schule muss neu gedacht werden!

Schulen brauchen außerdem zusätzliche personelle Ressourcen, die sowohl im Unterricht als auch im Bereich der Ganztagsbetreuung dafür sorgen, dass Schülerinnen und Schüler mit sozialen Problemen bedarfsgerecht betreut werden können und bei Lernproblemen eine angemessene Unterstützung erfahren. Dafür müssen vorhandene Netzwerke auch mit privaten Trägern in den Kommunen genutzt werden, um die Schulen zu unterstützen.

Wir fordern die Landesregierung auf, die aktuellen Bedingungen für Bildung ernsthaft auf den Prüfstand zu stellen und Konzepte für die Verbesserung der Bedingungen in diesem Bereich zu entwickeln.

Dabei verstehen wir unser Konzept „Bildungsqualität durch Fachkräfte stärken“ als ersten Schritt, um Bildung im Land Brandenburg nicht zum Notfall werden zu lassen.Bildungsqualität durch Fachkräfte stärken.

Anlage: 

Bildungsqualität auf dem Abstellgleis?

Schulen werden weiterhin alleine gelassen!

Ist mit dem „Konzept der Landesregierung zur Qualifizierung von Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteigern für den Schuldienst“, das von der Ministerin Ernst in der Pressekonferenz am 16.3.2018 vorgestellt wurde, alles auf einem guten Weg? NEIN!

  • Seit ca. 10 Jahren ist der Landesregierung der aktuelle Lehrermangel bekannt.

  • Seit ca. 4 Jahren werden Seiteneinsteiger eingestellt

Der Brandenburgische Pädagogen-Verband kritisiert in dem Konzept auf das Schärfste:

Im April 2019 wird mit der vorbereitenden Fortbildung von Seiteneinsteigern im Land Brandenburg begonnen. Das bedeutet, dass erst zum Schuljahresbeginn 2019/20 Seiteneinsteiger in die Schulen kommen, die auf ihre Tätigkeit vorbereitet wurden.

Welche Anforderungen werden durch unsere Landesregierung an die Qualität von Bildung gestellt?

Die Praxis der Lehrerbildung im Land Brandenburg zeigt, dass seit Jahren die Ausbildungskapazität in Fächern reduziert wurde, die jetzt laut Konzept durch Seiteneinsteiger ausgeglichen werden sollen.

Welche Bildungspolitik wird hier verfolgt? Das Konzept der „Billiglehrer“?Außerdem:

Vertretungslehrer kann jeder werden. Dafür braucht man im Land Brandenburg maximal einen Abschluss der 10. Klasse!

Wer soll die „Bildungsstandards“ aus den neuen Rahmenlehrplänen umsetzen?

Der Brandenburgische Pädagogen-Verband erwartet von der Landesregierung, dass durch eine praxisbezogene und qualitätsorientierte Bildungspolitik die Lehrerinnen und Lehrer an den Schulen Unterstützung in ihrer täglichen verantwortungsvollen Arbeit erfahren.

Dafür setzen wir uns ein!

Die Digitalisierung kann nicht alles sein!

In der Bilanz der ersten 100 Tage der Ministerin Ernst haben wir erste Handlungsoptionen und handfeste Konzepte für die aktuellen Aufgaben im Bereich Bildung erwartet. Ihren Schwerpunkt, die Digitalisierung in den Schulen voranzutreiben, kann man begrüßen, aber wo sind die Pläne für die aktuell dringend anstehenden Aufgaben?

Wir als Gewerkschaft fordern klare Aussagen zur Entlastung der Lehrerinnen und Lehrer an den Schulen. Eine kurze verbale Anerkennung für die klaglose Beschulung der Flüchtlingskinder ist uns nicht genug. Wir erwarten Antworten und Ergebnisse auf die Fragen, die uns täglich in unserer Arbeit begegnen.

Der BPV erwartet vom Ministerium Lösungen, die zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen führen.

Wo sind die schon vom ehemaligen Bildungsminister versprochenen multiprofessionellen Teams, die die Bedingungen im gemeinsamen Unterricht und an Schwerpunktschulen erleichtern sollen?

Warum sollen Seiteneinsteiger erst 2019 auf ihren Einsatz in der Schule in Kursen vorbereitet werden?

Warum klappt die Zusammenarbeit mit den Kommunen bei materiellen Fragen, aber nicht bei der Deckung des Bedarfs an Schulsozialarbeitern?

Warum gibt es noch keine klaren Absprachen mit dem MWFK bezüglich der dringenden Erhöhung der Anzahl der Studienplätze für das Lehramt?

Der Brandenburgische Pädagogen-Verband wird diese Fragen der Ministerin Ernst stellen und sich dafür einsetzen, dass ihre Ankündigung in der Pressekonferenz: „Verbesserung der Qualität von Schulen – gute Rahmenbedingungen schaffen“ von den Lehrerinnen und Lehrern auch ERNST genommen werden kann.

Unterrichtsausfall auf Rekordhoch – BPV fordert Entlastung für Lehrer

Der Präsident des Brandenburgischen Pädagogen-Verbandes, Hartmut Stäker, wertet die in der letzten Woche bekannt gewordenen Daten über den steigenden Unterrichtsausfall als symptomatisch für die Situation im Bildungssystem: „Durch Ignorieren werden Probleme nicht gelöst. Nur wenn man die Ursachen anpackt, lässt sich das Problem beherrschen.“

Die Ursachen sieht Stäker nicht nur im ständig wachsenden Lehrermangel, sondern auch in der seit Jahren immer mehr steigenden Arbeitsbelastung der Kolleginnen und Kollegen, was zu einem erhöhten Krankenstand führt. Ob Inklusion, gemeinsamer Unterricht, kompetenzorientierte Rahmenlehrpläne oder Vermittlung von Medienkompetenz, der Schule sind immer neue Aufgaben aufgebürdet worden, ohne die dazu notwendigen Ressourcen auszureichen.

Studien über die Arbeitsbelastung von Lehrerinnen und Lehrer zeigen deutlich, dass ihre Arbeitswoche weit mehr als die gesetzlich erlaubten 48 Stunden beträgt. In den Personalversammlungen stellten Kolleginnen und Kollegen sehr deutlich dar, dass die Belastungsgrenze überschritten ist und Kontingente für Anrechnungsstunden für zusätzliche Aufgaben in den letzten Jahren immer mehr gekürzt wurden.

Ministerin Ernst, im Landtag zur Situation bezüglich des Unterrichtsausfalls angefragt, wiegelte ab. Das Land Brandenburg habe „kein flächendeckendes Problem mit erheblichem Unterrichtsausfall“. „Das sehen wir anders!“, kommentiert Hartmut Stäker. „Es gibt keinen Spielraum mehr an den Schulen. Ein weiterer Anstieg des Unterrichtsausfalls kann nur verhindert werden, wenn man praktikable Konzepte vorlegt, an deren erster Stelle die Entlastung der Lehrer von nichtpädagogischen Aufgaben steht. Lehrer, die sich auf ihre eigentliche Profession, das Unterrichten konzentrieren können, sind motivierter und setzen ihre Kräfte für die Schüler ein.“

Laut Ministerin Ernst steht ein besonderes Vertretungsbudget in Höhe von 5,5, Millionen Euro für schnelle Krankheitsvertretung zur Verfügung. Der BPV fordert jedoch eine Vertretungsreserve, die sich an der Realität orientiert. „Wenn etwa 10 Prozent des Stundenvolumens vertreten werden müssen, kann eine Vertretungsreserve von drei Prozent nicht ausreichen!“, meint Stäker.

Der BPV fordert daher eine konkrete Entlastung der Lehrerschaft. Die ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrer, die für unsere Schüler zur Verfügung stehen, werden auch in den nächsten Jahren dank der verfehlten Personalpolitik des Landes nicht ausreichen. Deshalb müssen Konzepte entwickelt werden, wie das Fachpersonal in den Schulen optimal eingesetzt werden kann.

Einerseits müssen für zusätzliche Aufgaben zeitliche Freiräume zur Verfügung gestellt werden, andererseits ist dringend notwendig, pädagogisches und nichtpädagogisches Personal zur Entlastung der Lehrerinnen und Lehrer einzusetzen.

 Vor dem Landtag sprach die Ministerin auch davon, dass ein Gesundheitsmanagement den Lehrkräften zur Verfügung stünde. Dies greift aber in der Regel erst, wenn ein Kollege mehrere Wochen krank war. Dazu darf es erst gar nicht kommen. Hier verfehlt der Dienstherr eindeutig seine Fürsorgepflicht. Von Gesundheitsvorsorge kann da also keine Rede sein.

Der BPV fordert die Landesregierung auf, das Problem Unterrichtsausfall mit konkreten Konzepten zur Arbeitsentlastung der Lehrkräfte, einer angemessenen Vertretungsreserve und einer Gesundheitsprävention, die diesen Begriff verdient, umgehend zu lösen.

Gerechtigkeit in der Besoldung und Vergütung

Zur Gleichstellung der Lehrkräfte im Land Brandenburg haben am 22.11.2017 in schwierigen Verhandlungen die Gewerkschaften und Verbände einen Stufenplan mit der Landesregierung vereinbart, der Folgendes beinhaltet:

  1. Lehrkräfte mit den Lehrämtern für die Primarstufe sowie Lehrkräfte mit einer Befähigung nach Recht der ehemaligen DDR, die bisher in den Besoldungsgruppen A 12 / A 12 kW eingruppiert sind, werden zum 1. Januar 2019 in die Besoldungsgruppen A 13 / A 13 kW gehoben.

  2. Lehrkräfte mit einer Lehrbefähigung nach dem Recht der ehemaligen DDR, die bisher in der Besoldungsgruppe A 11 kW eingruppiert sind (z.B. Lehrkräfte mit einer Ausbildung als LuK), werden zum 1. Januar 2019 in die Besoldungsgruppe A 12 kW gehoben. Ab 1. August 2020 werden diese Lehrkräfte in einer weiteren Stufe in die Besoldungsgruppe A 13 kW befördert.

  3. Angestellte Lehrkräfte werden ebenfalls in die entsprechenden Entgeltgruppen angehoben.

Von diesen Hebungen werden mehr als 5000 Lehrkräfte, vor allem im Grundschulbereich profitieren. Wir sehen darin einen längst überfälligen Schritt zur Anerkennung und Wertschätzung dieser Lehrerinnen und Lehrer, die seit Jahrzehnten eine hervorragende Arbeit unter oftmals schwierigen Bedingungen leisten.

Qualifizierung von Seiteneinsteigern

Die Neueinstellungen ausgebildeter Lehrkräfte wird auch in den nächsten Jahren nicht ausreichen, um den Lehrkräftebedarf zu decken. Deshalb werden zunehmend Seiteneinsteiger eingestellt werden müssen, die über keine oder keine vollständige pädagogische Ausbildung verfügen. Pro Jahr rechnet das Land mit ca. 250 solcher Einstellungen.

Um die Qualität der schulischen Bildung zu sichern und um auch diesen neuen Kolleginnen und Kollegen eine echte berufliche Perspektive zu bieten, wurde u.a. beschlossen, dass diese Lehrkräfte vor Beginn ihrer selbständigen Lehrtätigkeit einen 3-monatigen Grundkurs absolvieren.

Weiterhin wird diesen Lehrkräften die Möglichkeit gegeben, berufsbegleitend eine Qualifizierung mit einer Gesamtdauer von maximal 5 Jahren zu absolvieren. Ziel es ist, dass sie nach erfolgreichem Abschluss der Qualifizierung den berufsbegleitenden Vorbereitungsdienst absolvieren, um so vollumfänglich die Laufbahnvoraussetzungen für den Schuldienst zu erfüllen.

Die Schulen, an denen Seiteneinsteiger eingestellt werden, erhalten pro Seiteneinsteiger eine Anrechnungsstunde, zur Betreuung, Einarbeitung und Unterstützung dieser Kollegen.

Wichtig ist, dass wir erreicht haben, dass der verhandelte TV-Umbau bis Ende 2020 verlängert wurde. Somit ist er über die Landtagswahlen hinaus verbindlich.

Gewerkschaften in Gesprächen mit der Landesregierung

Am 6. Oktober 2017 trafen sich Vertreter der Landesregierung Brandenburgs und der Gewerkschaften im Innenministerium, um über die sozialverträgliche Begleitung der Funktionalreform zu sprechen.

Zusätzlich wurden weitere Themen, wie die Steigerung der Attraktivität der Landesverwaltung Brandenburgs aufgerufen, die noch abschließend behandelt werden müssen.

Schwerpunkte dabei waren folgende für die Berufsgruppe der Lehrer relevante Maßnahmen:

Die Landesregierung hat zugesagt, in der nächsten Gesprächsrunde am 24.10.2017 Konzepte für berufsgruppenspezifische Maßnahmen vorzulegen. Hierzu gehören unter anderem:

  • Die Anhebung der Eingangsämter für Lehrkräfte mit einer auf die Grundschule bezogene   Lehramtsbefähigung oder Befähigung nach dem Recht der ehemaligen DDR

  • Die Qualifizierung von Seiteneinsteigern (Lehrkräfte)

Im Rahmen der Steigerung der Attraktivität der Landesverwaltung konnten die Vertreter der Landesregierung ihre Zusage unter anderem zu folgendem Themenbereichen erteilen:

  • Der Ausgleichszeitraum für Mehrarbeit soll von jetzt ein Jahr auf drei Monate verkürzt werden. Das dazu notwendige Gesetzgebungsverfahren ist bereits eingeleitet.

  • Es wird Gespräche zu den Themen Aufstiegs-, Stellenhebungs- und Beförderungs-/Höhergruppierungsmöglichkeiten geben.

  • Die Gesundheitsförderung der Landesbediensteten muss ein zentraler Bestandteil im Land Brandenburg werden. Da die Maßnahmen des Gesundheitsmanagements nicht zufriedenstellend sind.

  • Bei der Erstellung eines Konzeptes zur Steigerung der Attraktivität des öffentlichen Dienstes im Land Brandenburg werden die Gewerkschaften und Verbände beteiligt.

Richtungsweisender Termin am 24. Oktober 2017

Nachdem am 6. Oktober 2017 viele Themen nur angeschnitten wurden und eine inhaltliche Behandlung uns erst für den 24. Oktober 2017 zugesagt wurde, sind unsere Erwartungen hoch.

Die Vertreter des BPV, die an den Verhandlungen teilnehmen, kämpfen auch weiterhin für die von uns aufgestellten Forderungen. (www.bpv-vbe.de)

Quelle: Mitglieder-Info des dbb beamtenbund und tarifunion landesbund brandenburg