Ankündigung des MBJS ist Mogelpackung

Die in einer Pressemitteilung des MBJS angekündigte „Unterstützung und Entlastung“ der Schulen im Handeln gegen die Pandemie bleibt weit hinter den Maßnahmen im gleichen Zeitraum des Vorjahres zurück. Und das, obwohl die Schulen verschärfte Hotspots der Inzidenzen sind und als Pandemietreiber gesehen werden.

Der Brandenburgische Pädagogen-Verband (BPV) unterstützt in vollem Umfang die Forderungen des Hauptpersonalrates der Lehrkräfte.

Der BPV erwartet klare und angemessene Aussagen des MBJS zu möglichen Maßnahmen und rechtlichen Rahmenbedingungen. Dabei muss sich der Einsatz der Lehrkräfte auf die Unterrichtsversorgung konzentrieren.

Den Schulen muss dabei die Möglichkeit eingeräumt werden, den Unterrichtsablauf und eine eventuell erforderliche Notbetreuung, entsprechend der pandemischen Situation eigenverantwortlich organisieren zu können.

Die Pressemitteilung stützt ihre angekündigten Maßnahmen auf eine nicht vorhandene flächendeckende digitale Ausstattung der Lehrkräfte und auf eine Personalausstattung an den Schulen, die ebenfalls in dem Umfang nicht zur Verfügung steht.

Darüber hinaus muss sichergestellt werden, dass allen an den Schulen Beschäftigten ausreichend Tests zur Verfügung stehen.

Die in der Mitteilung angekündigten Maßnahmen sind realitätsfremd und gehen deutlich am Bedarf vorbei. Sie dienen in der hochbrisanten Situation in keiner Weise der Gesundheitsfürsorge für Schülerinnen und Lehrkräfte.

Umfrage: Welche Auswirkungen hatte die Pandemie auf das Handschreiben?

Wie gut können Schülerinnen und Schüler von Hand schreiben? Gibt es womöglich Auswirkungen der Coronakrise auf die schreibmotorischen Fertigkeiten der Kinder und Jugendlichen? Und welche Konsequenzen hat die Digitalisierung? Das Schreibmotorik Institut (SMI) hat gemeinsam mit dem Verband Bildung und Erziehung (VBE) eine Umfrage unter Lehrkräften gestartet, die aktuelle Antworten auf diese Fragen liefern soll. Wir würden uns freuen, wenn unsere Mitglieder zahlreich teilnehmen!

Handschrift ist mehr als nur eine überholte Fähigkeit einer vergangenen Zeit. Auch wenn heute vieles digital stattfindet, bleibt das Handschreiben essenziell. Denn das Erlernen der Handschrift
fordert Lernprozesse. Was händisch aufgeschrieben wird, bleibt länger im Kopf. Es aktiviert das Gehirn ganzheitlich. Die vielen Vorteile gilt es daher weiter zu nutzen. Doch wie steht es eigentlich um die handschriftlichen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler?

Wie viele von Ihnen haben derzeit Schwierigkeiten, eine „gut lesbare, flüssige Handschrift“ zu entwickeln, wie sie in den Bildungsstandards vorgegeben ist? Es ist an Ihnen, diese Fragen zu beantworten und Ihre Erfahrungen und Beobachtungen aus dem Schulalltag einzubringen. Bereits zum dritten Mal nach 2015 und 2019 untersucht dies das Schreibmotorik Institut, zum zweiten Mal in Kooperation mit dem VBE. Und Sie können teilnehmen! Berichten Sie uns, wie gut Ihre Schülerinnen und Schüler mit der Hand schreiben können, welche Herausforderungen es
gibt und ob sich seit der Coronapandemie etwas verändert hat.

Auch der Einfluss des Einsatzes digitaler Endgeräte auf den Handschreiberwerb steht im Fokus der STEP 2022 („Studie über die Entwicklung, Probleme und Interventionen zum Thema Handschreiben“). Die Befragung läuft bis Februar 2022. Die Ergebnisse sollen dann im Frühsommer veröffentlicht werden.

Jetzt direkt zur Umfrage

Rechte der Lehrkräfte – Wer kann sich testen lassen?

Geimpfte und genesene Lehrkräfte haben auch weiterhin die Möglichkeit, sich vorsorglich zu testen. Kostenlose Testskits soll es auch weiterhin für Lehrkräfte in den Schulen geben.

Gibt es medizinische Masken für Lehrkräfte?

Das MBJS hat in einem Schreiben vom 17.09.2021 die Schulleitungen nochmals darauf hingewiesen (erfolgte bereits am 03.08.2021), dass allen Lehrkräften, dem sonstigen pädagogischen Personal und den LehramtskandidatInnen aufgrund des Präsenzunterrichtes, täglich 2 medizinische Masken zur Verfügung zu stellen sind. Diese Anordnung gilt erstmal bis zum 23.12.2021.

Die Beschaffung erfolgt dezentral.

Quelle: genanntes Schreiben, MBJS

Radikalisierungsprävention – Wie verhalten sich Lehrkräfte richtig?

 Stellen wir uns vor: Eine Schülerin kommt mit Kopftuch an die Schule. Die Lehrerin ist überrascht, die meisten Mitschüler sind es auch. Wie verhält sich die Lehrerin in diesem Moment richtig?
Auf die meisten Situationen im pädagogischen Alltag gibt es nicht die eine richtige Antwort. Die angemessene Reaktion ist von vielen Faktoren abhängig, beispielsweise der Beziehung zwischen Lehrkraft und Schülerin, ihrem sonstigen Verhalten und ihren Äußerungen im Schulkontext. Auch wie alt die Schülerin ist, spielt eine Rolle: Ab 14 Jahren ist man in Deutschland religionsmündig, und auch im Islam gilt das Kopftuch nach den meisten Auslegungen erst ab der Pubertät.

Grundsätzlich würde ich aber raten, erst mal nichts zu sagen und später in Ruhe zu überlegen: Wie reagiere ich bei anderen Schülerinnen auf äußerliche Veränderungen, zum Beispiel auf bunt gefärbte Haare oder ein Gothic Outfit? Welche Bilder tauchen in meinem Kopf auf, welche Emotionen löst das bei mir aus? Wir dürfen nie vergessen: Es sind Jugendliche, die gerade in einer Phase der Identitätsfindung stecken – und da spielen Äußerlichkeiten und Ausprobieren eine große Rolle!

 

Die Lehrerin sollte also so tun, als wäre das Kopftuch nicht Besonderes?

Sie sollte die Schülerin auf keinen Fall vor der Klasse auf das Kopftuch ansprechen. Kaum ein Jugendlicher mag es, wenn Erwachsene das Äußere kommentieren! Falls die Lehrerin es aber wichtig findet, das Gespräch zu suchen, kann sie die Schülerin später alleine ansprechen.

Aber das hat nur Sinn, wenn die Lehrerin wirklich interessiert ist an den Gründen, aus denen die Schülerin ein Kopftuch trägt. Wenn die Lehrerin nur problematisiert, wird die Schülerin in die Defensive gedrängt wird und sie erlebt – womöglich zum wiederholten Mal – dass andere ihr mit Skepsis und Unterstellungen begegnen. Das hinterlässt Spuren, denn es ist das Gegenteil von Wertschätzung des Mädchens als Person.

 

Gleichzeitig sind Lehrkräfte angehalten, genau hinzuschauen und hinzuhören. Bei welchen Verhaltensweisen oder Äußerungen ist denn aus Ihrer Sicht eine Reaktion geboten – und wann sollten Lehrkräfte sich zurücknehmen?

Die Unsicherheit bei vielen Lehrkräften ist verständlich – deshalb sind Fortbildungen, Beratung und der kollegiale Austausch ja so wichtig! Der Standpunkt von ZEOK ist, dass Schulen die unterschiedlichen Zugehörigkeiten von Schülern anerkennen und wertschätzen sollten – und dazu gehört auch die religiöse Zugehörigkeit mit ihren sichtbaren Zeichen wie Kopfbedeckungen oder Speisevorschriften.

Gleichzeitig gibt es auch Grenzen für die Religionsfreiheit: Wenn sich ein Schüler demokratiefeindlich oder menschenverachtend äußert, dürfen und müssen Lehrer klarmachen, dass sie solche Positionen nicht dulden.

 

Um das mal zuzuspitzen: Wenn ein Schüler einen langen Bart und Gewand trägt, weil er mit einem Salafisten sympathisiert, lass ich ihn machen. Aber sobald er sich abwertend über seine Mitschülerinnen äußert, muss ich mich einmischen?

Ich würde sagen: Sie müssen das Gespräch suchen und Fragen stellen: Warum sagst du so etwas? Wie kommst du da drauf? Wie gesagt: Schüler werden oft in einem Alter auffällig, in dem ihr Leben im Umbruch ist, sie sich von ihren Eltern und anderen Erwachsenen abgrenzen wollen oder einfach Lust an der Provokation haben.

Solche Gespräche funktionieren natürlich besser, wenn Schüler sich im Schulalltag ohnehin immer wieder mit demokratischen Grundrechten und -freiheiten auseinandersetzen und nicht erst, wenn Konflikte auftauchen.

Dennoch: Es gibt auch Jugendliche, die ihre extremen Auffassungen vehement verteidigen oder sich auf die Position „Das ist halt meine Wahrheit!“ zurückziehen. Dann sollten LehrerInnen sich an die Schulleitung und ihr Team wenden und den Kontakt zu einer Beratungsstelle suchen.

 

Nun haben wir viel über auffällige Jugendliche gesprochen, schauen wir auf jetzt mal auf die Lehrkräfte. Wo begegnet Ihnen bei den ZEOK-Fortbildungen an Schulen denn Islam- und Muslimfeindlichkeit?
Die gibt es auf verschiedenen Ebenen. Das fängt bei Schulbüchern an, in denen das Thema Muslime oder Islam gerne mit einem Kamel unter Palmen illustriert wird – als wäre der Islam nur außerhalb Deutschlands zu finden.  Oder es steht ein Info-Kasten zum Thema „Integrationskonflikte“ neben dem Text zum Islam. Ist das wirklich die erste Assoziation, die Schüler haben sollten? Wir würden uns wünschen, dass Lehrkräfte solche kritischen Punkte mit den SchülerInnen reflektieren oder andere Lehrmaterialien einsetzen.

Manchmal diskriminieren auch die Strukturen an einer Schule die muslimischen Kinder und ihre Familien – zum Beispiel, wenn das einzige Schulfest im Jahr im Ramadan geplant wird oder auf dem Grill nur Würstchen aus Schweinfleisch liegen.

 

Die Satire-Sendung „Datteltäter“ im Internet-Kanal „Funk“ von ARD und ZDF bringt alle möglichen Vorurteile gegen Muslime in Deutschland auf den Tisch. Bei den Sprüchen des Lehrers im Video „Wenn Rassismus ehrlich wäre: Schule“ bleibt einem das Lachen im Halse stecken. Haben Sie so etwas auch schon erlebt?

In der Häufung natürlich nicht, aber einzelne Aussprüche und Szenen schon. Ganz typisch ist zum Beispiel, dass als muslimisch wahrgenommene Schüler ein Expertentum zugeschrieben wird. Da steht der Islam auf dem Stundenplan und der Lehrer sagt: „Da kann uns Ayşe doch bestimmt etwas dazu sagen“, obwohl Ayşe vielleicht gar nicht gläubig ist. Oder Mohammed bekommt in Erdkunde das Referat über Syrien aufgedrückt, obwohl er sich lieber mit einem anderen Land auseinandergesetzt hätte.

Die Lehrkräfte meinen das womöglich gar nicht böse, aber so wird ein Anderssein oder Fremdsein unterstellt und nicht der oder die individuelle Schüler*in gesehen. Das passiert auch leicht durch die Sprache, wenn wir beispielsweise unterscheiden zwischen „wir“ und „die Muslime“. Hier müssen wir präzise sein und uns immer bewusst machen: Wen schließe ich im Wir ein – und wen schließe ich aus?

 

Nicht selten grenzen Schüler muslimischen Glaubens oder nicht-deutscher Herkunft sich aber selbst ab von „den Deutschen“. Oder, auch das berichten Lehrer, sie kontern Kritik an ihren Leistungen oder an ihrem Verhalten mit Sätzen wie „Sie sind ja nur gegen uns, weil wir anders sind!“ oder „Das ist rassistisch!“ Wie sollen Lehrkräfte damit umgehen?
Ich kann mir vorstellen, dass viele Lehrkräfte da genervt sind oder sich zu Unrecht angegriffen fühlen. Aber sie sollten solche Aussagen nicht herunterspielen oder abwehren, sondern sehr ernst nehmen. Denn dahinter stecken Erfahrungen von Diskriminierung und Rassismus, die die Schüler schon gemacht haben – ob in- oder außerhalb der Schule – und die sich vielleicht gerade wiederholen. Wichtig ist, in der Schule einen Raum für Rassismus-Erfahrungen zu schaffen und eine Anlaufstelle für Betroffene. Wenn ein offenes vertrauensvolles Gespräch über Rassismus-Erfahrung möglich ist, dann kann auch im Einzelfall benannt und verständlich gemacht werden, warum bspw. eine schlechte Note womöglich nichts mit der Herkunft, der Religion oder der Hautfarbe eines Schülers zu tun hat

 

Und hier gilt wie bei dem Beispiel Kopftuch: nicht vor der versammelten Klasse in die Diskussion einsteigen, sondern in Ruhe ein Gespräch unter vier Augen führen?

Am besten wäre, wenn es in der Schule Raum für das Thema Ausgrenzung und Diskriminierung gäbe. Wenn darüber also offen gesprochen wird und wenn die SchülerInnen wissen: Ich werde ernst genommen mit meiner Sicht auf die Dinge und meinen Gefühlen. Dann könnten sich beispielsweise Lehrer und Schüler zum Gespräch verabreden und noch den Vertrauenslehrer dazu holen.

 

Mein Gegenüber wahrzunehmen und wertzuschätzen, statt abzugrenzen und abzuwerten: Das ist also der Kern der Radikalisierungsprävention?

Ja, sich mit der eigenen Identität und Biografie auseinandersetzen und für diese Wertschätzung zu erfahren, begreifen wir als einen wesentlichen Mosaikstein von Radikalisierungsprävention. Aber diese Art, miteinander umzugehen, ist nicht nur Mittel zum Zweck! Kinder und Jugendliche haben einfach das Recht, bestimmte Ausgrenzungserfahrungen nicht machen zu müssen.

 

… wie sie es zum Beispiel nach den Attentaten von Hanau erlebt haben, wo es keine Schweigeminute an den Schulen gab, anders als ein paar Monate später für den Lehrer Samuel Paty?

Richtig. Ich glaube, hierzulande wurde nicht wirklich realisiert, wie sehr das Attentat von Hanau die Menschen mit Migrationsgeschichte erschüttert hat, welche Angst und Trauer bei ihnen ausgelöst wurden. Das gilt auch für SchülerInnen und auch für Menschen, die nicht in Hanau leben! Die Gedenkminute für Samuel Paty hat dann bei einigen muslimischen Schülern Irritation bis Wut ausgelöst, weil bei ihnen das Gefühl entstanden ist: Wir sind weniger wert, dieses Attentat wird wichtiger genommen!

 

Was wäre aus Ihrer Sicht der richtige Umgang der Schulen mit den Attentaten von Hanau und Paris gewesen?

Wir plädieren dafür, dass Schulen bei solchen einschneidenden politischen Ereignissen den SchülerInnen immer die Möglichkeit geben, Gedanken und Gefühle zu äußern und Fragen zu stellen. Eine Gedenkminute kann auch eine passende Reaktion sein. Aber: Sie sollte nicht für sich stehen. Lehrer und Schüler sollten besprechen, was der Anlass für die Gedenkminute ist, wie die Schüler darüber denken – und sie sollten die Freiheit haben, sich nicht anschließen zu müssen.

 

Und das übernimmt dann der Lehrer, der die Klasse zufällig in der ersten Stunde hat – oder müssen da die PoWi-Lehrer ran?

Es sollte jedenfalls nicht dem Zufall überlassen bleiben, sondern das Kollegium sollte ein Vorgehen abstimmen. Davon abgesehen: Die Frage „Wie geht es Euch?“ sollte jeder Lehrer stellen können.

 

Empathie ist das eine, ein Bewusstsein für die eigenen Vorurteile und Wissen über Kultur und Religion das andere. Was bietet ZEOK da für Lehrkräfte an?

Unsere Fortbildungen drehen sich um Willkommenskultur und Vielfalt, vorurteils-bewusste Religionsbildung und Muslimfeindlichkeit. Und obwohl wir in Leipzig sitzen, arbeiten wir auch überregional und bundesweit! Gleichzeitig empfehlen wir Schulen auch immer, sich vor Ort Partner zu suchen – Projekte politischer Bildungsarbeit, Beratungsstellen oder Gemeinde, mit denen man in den Austausch gehen kann. Auf unserer Homepage stehen zudem auch viele Materialien für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bereit.

 

Zu den ZEOK-Materialien gehört auch die Wanderausstellung „Muslimisch in Ostdeutschland“. Welche Besonderheit gibt es denn dort?

Menschen muslimischen Glaubens sind in den meisten ostdeutschen Städten und Regionen eine noch stärkere Minderheit als im Westen. Gleichzeitig gibt es in Ostdeutschland mehr Menschen, die Religion im Allgemeinen eher skeptisch gegenüberstehen. Es lohnt also, einen Blick darauf zu werfen, wie Religion allgemein betrachtet wird.

Unsere Ausstellung trägt allerdings den Titel „Muslimisch in Ostdeutschland“, weil sie für diese Region konzipiert ist und wir uns bemüht haben Bilder, Menschen und Orte von vor Ort einzubinden. Es ist doch schön, dann muslimische Menschen und Gemeinden beispielsweise aus Leipzig oder Erfurt zu sehen und nicht nur aus Frankfurt/Main und Berlin/Neukölln.

 

Zur Person: 

Jule Wagner ist am Zentrum für Europäische und Orientalische Kultur (ZEOK e.V.) Ansprechpartnerin für das „Kompetenznetzwerk Islam- und Muslimfeindlichkeit“, dem auch CLAIM (Allianz gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit) und die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland angehören.

Der Verein ZEOK hat das Ziel, den Dialog zu fördern und zum gegenseitigen Verständnis beizutragen – u.a. durch politische Bildungsarbeit, für die aus der Sicht von ZEOK den Schulen viel mehr Zeit eingeräumt werden muss.

Jule Wagners Arbeitsschwerpunkte liegen auf den Themen Islam und Schule, Antidiskriminierungspädagogik und transkultureller Bildung.

Unsere Fortbildungsangebote im November 2021

Die Veranstaltungen im November sind in Präsenz geplant, da die Inhalte der Seminare dadurch besser vermittelt werden können. Sollte es die Pandemiesituation aber nicht zulassen, dann werden wir die Veranstaltungen online durchführen.

Die Fortbildungen sind grundsätzlich durch das MBJS anerkannt und stehen in der Fortbildungsdatenbank. Fortbildungsbescheinigungen erhalten sie nach der Veranstaltung durch uns, den BPV. Die Anmeldung erfolgt ausschließlich per Mail an Vizepräsidentin Christina Adler unter adler@bpv-vbe.de.


1. Klassenleitung ist mehr als unterrichten: Klassenführung in der Praxis (Modul 2)

Termin: 11.11.2021, 15.30 – 18.30 Uhr | Ort: Grundschule „Am Priesterweg“, Oskar-Meßter-Str. 4-6, 14480 Potsdam | Seminarleitung: Thomas Klaffke

Er war Haupt- und Realschullehrer, mehr als 20 Jahre Schulleiter an einer Grund-, Haupt- und Realschule.  Jetzt ist er als Autor, Fortbildner und Schulberater tätig.

Nachdem im ersten Modul die Grundlagen für Klassenleitung und Klassenführung behandelt wurden, steht im zweiten Modul die Praxis im Mittelpunkt:

  • Führung im Klassenraum: Übungen zur Präsenz, zum Selbstkontakt, zur Körpersprache und zum Umgang mit Grenzen
  • Methoden des Classroom Managements: Regeln, Rituale und Routinen
  • Umgang mit Unterrichtsstörungen: Präventive Maßnahmen und Interventionen
  • Fragen der Teilnehmenden, Arbeit an Fall-Beispielen und Problemen des Unterrichtsalltags

Hinweis: Die Teilnahme ist auch möglich, wenn man das erste Seminar verpasst hat. Auf Wunsch können die Materialien zu diesem Modul zugesandt werden.


2. Dialog mit Eltern – Elterngespräche konstruktiv führen

Termin: 12.11.2021, 15.30 – 18.30 Uhr | Ort: Grundschule „Am Priesterweg“, Oskar-Meßter-Str. 4-6, 14480 Potsdam | Referentin: Klaudia Klaffke; Diplompädagogin M.A.;

Sie arbeitete sowohl in verschiedenen pädagogischen Bereichen als auch in der Erzieherausbildung, leitete 8 Jahre eine Freie Aktive Montessorischule und war dort auch als Lehrerin tätig. Seit 2012 ist sie freiberuflich als LehrerInnenfortbildnerin, Familienberaterin und Elterncoach tätig. Sie ist außerdem Empathie-Trainerin und Autorin der Rubrik „Beziehungs- Weise“ in „Klasse Leiten“ beim Friedrich Verlag.

Zum Thema:

  • Wie kann es Ihnen gelingen, mit Eltern Gespräche zu führen, die Basis für eine gute Zusammenarbeit sind? Welche Grundkenntnisse über Kommunikation im Allgemeinen und welche Haltung Eltern gegenüber sind dazu hilfreich?
  • Wie gehen Sie damit um, wenn Sie selbst verärgert sind oder wenn die Eltern sehr emotional oder aggressiv reagieren? Wie können Sie auf Unterstellungen reagieren und wie vermeiden Sie selbst, Eltern unabsichtlich etwas zu unterstellen?
  • Wie können Sie als Fachperson ihre eigenen Grenzen wahren, ohne die Grenzen der Eltern zu verletzen? Gelingt es Ihnen, auch zurückhaltende Eltern zum Gespräch einzuladen?
  • Im Seminar werden grundlegendes Wissen und Denkanstöße zur Kommunikation vermittelt. Wir sammeln ihre Fragen und Fallbeispiele und untersuchen typische Gesprächssituationen. U.a. ist auch Thema, wie ein Gespräch sinnvoll vorbereitet werden kann.

Präsenzunterricht nicht um jeden Preis

Die erfreulicherweise fallenden Inzidenzen sind der Anlass für die Äußerung der Ministerin Frau Ernst in der Presse, dass die Schulen des Landes Brandenburg vor Schuljahresende wieder in den Präsenzunterricht gehen werden.

Das erfahren die Lehrkräfte, Schüler*innen und Eltern erneut zuerst über die Presse.

„Diese Art von Kommunikation mit den Betroffenen kritisieren wir aufs Schärfste gemeinsam mit anderen Gewerkschaften, Verbänden und Mitwirkungsgremien schon seit über einem Jahr“, sagt Präsident Hartmut Stäker.

Der Brandenburgische Pädagogen-Verband unterstützt grundsätzlich eine Rückkehr zum regulären Präsenzunterricht unter entsprechenden Voraussetzungen.

Dazu gehört u.a. die Einhaltung des gültigen Infektionsschutzgesetzes und eine vernünftige Vorlaufzeit für die Schulen.

Als Probleme sieht der BPV vor allem, dass noch nicht allen Lehrkräften die Möglichkeit einer Impfung zur Verfügung stand und dass aufgrund der Voraussetzungen in den Schulen bei Präsenzunterricht in vollen Klassen die auch weiterhin von den Virologen eingemahnten AHA-Regeln nicht eingehalten werden können.

Hinsehen! Corona-Unmut bedroht Schulfrieden

forsa-Umfrage „Gewalt gegen Lehrkräfte und Schulleitung im Zusammenhang mit der Umsetzung von Infektionsschutzmaßnahmen“

  • Repräsentative forsa-Umfrage des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) zeigt, dass es an jeder vierten Schule psychische Gewalt gegen Lehrkräfte im Zusammenhang mit der Umsetzung von Infektionsschutzmaßnahmen gibt – direkt oder/und über das Internet.
  • VBE-Bundesvorsitzender Beckmann wirft Politik vor, Konflikte durch Regelungschaos und verfehlte Kommunikation zu provozieren. Er verlangt, dass diese ihrer Verantwortung gerecht wird und insbesondere die Angriffe von außen eingedämmt werden.
  • VBE fordert transparente Reglungen, besseres Informationsmaterial und den vollen Schutz des Dienstherrn bei Angriffen gegen Beschäftigte, durch unbürokratische Meldung und schnelle Hilfe.

„Der Frust der Gesellschaft über bestehende ‚Coronaregeln‘ entlädt sich an Schule! Das Regelungschaos und die intransparente Kommunikation der Politik verunsichern viele. Die Folge sind Konflikte an der Schule. Hier werden Lehrkräfte und Schulleitungen dafür angegriffen, ihrer Arbeit nachzukommen und die verordneten Infektionsschutzmaßnahmen umzusetzen. Das darf so nicht hingenommen werden! Insbesondere die Kultusministerien sind in der Verantwortung, die Beschäftigten an Schulen zu schützen – sei es durch besseres Informationsmaterial, Ansprechpersonen in den Kultusministerien oder schlicht transparente Regelungen, die einleuchten und zu weniger Unmut führen. Vor allem aber dadurch, dass sie sich in Konfliktfällen voll hinter die Bedrohten stellen“, fordert Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE).

Schon seit 2016 beauftragt der Verband Bildung und Erziehung immer wieder forsa damit, repräsentative Untersuchungen zum Thema „Gewalt gegen Lehrkräfte“ durchzuführen. Diesmal lag der Fokus auf Konfliktfällen, die im Zusammenhang mit der Umsetzung von Infektionsschutzmaßnahmen auftraten. Die Ergebnisse sind mit 1.501 Befragten bundesweit repräsentativ. Zudem gibt es Stichproben aus Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

Ein Viertel der Befragten berichtet, dass Sie von direkten psychischen Angriffen gegen Lehrkräfte oder Schulleitungen an ihrer Schule wissen. Gefragt danach, von wem diese Angriffe ausgingen, nannten 84 Prozent der Befragten „Eltern“. Jede vierte Lehrkraft weiß von direkten psychischen Angriffen durch Schülerinnen und Schüler. Hinzu kommt, dass jede fünfte Lehrkraft davon berichtet, dass direkte psychische Angriffe von anderen Erwachsenen ausgehen, die zum Beispiel in Organisationen engagiert sind, die sich gegen Corona-Schutzmaßnahmen einsetzen.

Der VBE Bundesvorsitzende zeigt sich entsetzt: „Wir haben eine Situation, in der diejenigen, die Regelungen befolgen und umsetzen müssen – und zwar unabhängig davon, für wie richtig und wichtig sie diese selbst halten – dafür abgestraft werden. Lehrkräfte werden ungeschützt von der Politik zur Zielscheibe von Andersdenkenden. Es braucht ein klares Zeichen der politisch Verantwortlichen, dass jeder Angriff gegen eine Lehrkraft auch ein Angriff gegen die Institution Schule und damit gegen den Staat ist. Was gedenken die Kultusministerien zu tun, um Lehrkräfte davor zu schützen?“

Ähnliche Zahlen zeigt die Frage nach psychischer Gewalt über das Internet. Interessant ist, dass verglichen mit vorhergehenden Befragungen zum Thema Gewalt nur wenige Befragte von körperlicher Gewalt berichten – sicherlich auch, weil es nur eingeschränkt Präsenzunterricht gegeben hat und viele Online-Meetings. „Zwei Prozent der Befragten sagten trotzdem, dass es dazu kam. Wenn man das aber hochrechnet, heißt das immer noch, dass es innerhalb der letzten Monate an 650 der 32.500 allgemeinbildenden Schulen in Deutschland zu körperlichen Angriffen gegen Lehrkräfte oder die Schulleitung kam. Weil sie ihren Dienst taten“, betont Beckmann.

Lichtblick ist der Zusammenhalt im Kollegium. So berichten die meisten Lehrkräfte, die selbst Gewalterfahrung machten, dass sie sich anderen Lehrkräften oder der Schulleitung anvertrauten und sich hier auch gut unterstützt fühlten. An die Schulaufsicht wendeten sich nur 16 Prozent der Angegriffenen, an das Kultusministerium nur 2 Prozent. VBE Bundesvorsitzender Beckmann fordert daher wiederholt und vehement den Schutz der Beschäftigten durch den Dienstherrn ein. Dazu gehört:

  • schnelle und unbürokratische Meldung von Vorfällen,
  • umfangreiche juristische und psychologische Unterstützung nach Angriffen,
  • konkrete Ansprechpersonen im Kultusministerium, insbesondere für Fälle von Gewalt, die von externen Personen begangen wurden,
  • glaubwürdige, transparente und möglichst einheitliche Infektionsschutzmaßnahmen (inzidenzbasierter Stufenplan).

MBJS-Ignoranz inakzeptabel: Brandbrief zum Referendariat im Bildungsausschuss

Der Brandbrief unseres Studienseminarsprechers, Johannes Juschzak, zum Notstand an den Studienseminaren in Brandenburg wird seit März durch das MBJS ignoriert. Immer wieder wird eine Antwort versprochen – es wird versichert, dass der Brief gelesen wurde. Dennoch scheint den zukünftigen Lehrkräften des Landes keine Priorität eingeräumt zu werden.

Schließlich hat der BPV die bildungspolitischen Sprecherinnen und Sprecher der Fraktionen im Bildungsausschuss des Landtages auf dieses wichtige Thema aufmerksam gemacht. In der Anhörung am 07.05.2021 wird Johannes Juschzak als geladener Experte die Problemstellungen und Forderungen des BPV erläutern. Seinen Brandbrief finden Sie hier verlinkt:

Umfrage: Wie zufrieden bist du mit dem Lehramtsstudium?

Umfrage unter den Studierenden an der Uni Potsdam zur Zufriedenheit im Lehramtsstudium besonders unter Pandemiebedingungen

Durch die Umfrage „Zufriedenheit im Lehramtsstudium“ können wir einen besseren Überblick über eure Situation erlangen. Mit den Ergebnissen wollen wir Forderungen bezüglich einer Verbesserung des Studiums sowohl an die Universität als auch an die Verantwortlichen im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur sowie im Landtag stellen. In diesem Zusammenhang interessiert uns auch, wie die Pandemiesituation euer Studium beeinflusst.

Die Umfrage dauert für euch keine zwei Minuten und lässt am Ende viel Platz für freie Gedanken und Kritik – natürlich anonym. Je mehr Studierende an der Umfrage teilnehmen, desto aussagekräftiger ist das Ergebnis. Du findest die Umfrage hier: https://kurzelinks.de/ZufriedenheitStudium.

 

Getestet in die Schule: Das Testkonzept des MBJS

Ab kommenden Montag, 19.04.2021 gilt im Land Brandenburg eine umfassende Testpflicht für Lernende und Lehrende der öffentlichen Schulen. Diese turbulenten Zeiten sind durch ständigen Wechsel und große Anpassungsbereitschaft gekennzeichnet. Wir möchten Ihnen Sicherheit im Berufsalltag verschaffen und haben das Testkonzept mit allen notwendigen Anlagen hier für Sie übersichtlich verlinkt: