Das größte Problem sind fehlende Lehrkräfte … das zweitgrößte werden bald minderqualifizierte Lehrkräfte sein
Der Bundesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Gerhard Brand, sieht durch die Ergebnisse des aktuellen Schulbarometers das stetige Mahnen des Verbandes bestätigt:
„Der Lehrkräftemangel ist das größte Problem an Schulen. Für die Politik ist das ein theoretisches Problem. Es sind Zahlen ohne Geschichte. Die Schulleitungen aber wissen, was es heißt, Stellen nicht besetzen zu können. Es heißt, Lehrkräfte zu bitten, mehr Stunden oder vertretungsweise Funktionsstellen, wie Bereichsleitungen, zu übernehmen – ohne dafür mehr Geld zu erhalten. Es heißt, Lehrkräfte, die aufgrund ihrer familiären Situation aus guten Gründen Teilzeit arbeiten möchten, für deutlich mehr Stunden in der Schule zu beschäftigen – weil sonst das ganze System zusammenbricht. Es heißt, Menschen einzustellen, die über den Quer- oder Seiteneinstieg in den Beruf kommen – in dem Wissen, dass die angebotene Vorbereitung mehr als mangelhaft ist. Lehrkräftemangel ist für uns in der Schule nicht nur eine Zahl, es ist eine reale Bedrohung für die pädagogische Qualität unseres Angebots. Vor allem, wenn noch lauter darüber nachgedacht wird, das Lehramtsstudium zu verkürzen und die Lehrbefähigung schon mit dem Bachelor erreicht wird. Das ist ein Irrweg!“
Recht auf Deutsch-Lernen statt Deutschpflicht
Mit Blick auf die Forderung nach einer „Deutschpflicht auf den Schulhöfen“, die der Generalsekretär der CDU, Mario Czaja, in der letzten Woche erhob, verweist Brand auf das Ergebnis der Studie, wonach an mehr als der Hälfte der Schulen keine ausreichende Förderung in Deutsch für neu Zugewanderte gewährleistet werden kann: „Es ist eine Schande, wie Kinder und Jugendliche, die einen breiten Wortschatz in verschiedenen Sprachen haben und diesen auch auf dem Schulhof pflegen, stigmatisiert werden. Gleichzeitig wird den Schulen nicht ausreichend Möglichkeit gegeben, Zugewanderte in Deutsch zu unterrichten. Genauso populistisch die Forderung nach einer Deutschpflicht ist, müsste man zurückfragen, weshalb kein Recht auf Deutsch-Lernen umgesetzt wird. Dafür braucht es zum Beispiel mehr Lehrkräfte mit der Befähigung für das Lehren von Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache.“
Nach Corona ist vor der Normalität
Der VBE Bundesvorsitzende stellt außerdem fest, dass es noch immer eine große Herausforderung ist, die Folgen der Einschränkungen durch die Coronapandemie aufzufangen. Dass das Aufholprogramm des Bundes nicht überall wie gewünscht wirkte, überrascht ihn nicht. Er stellt fest: „Es gibt durchaus auch positive Rückmeldungen, wie mit dem Geld schnell und unbürokratisch geholfen werden konnte. Das war der große Pluspunkt des Programms. Wir sehen aber, dass Geld mit der Gießkanne auszuschütten, ineffektiv ist. Schulen sind so heterogen wie die Viertel, in denen sie stehen. Und so müssen sie gefördert werden. Es braucht Verteilkriterien, mit denen klar identifiziert werden kann, wie hoch die Bedarfe sind.“
——Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) vertritt als parteipolitisch unabhängige Bildungsgewerkschaft die Interessen von ca. 164.000 Pädagoginnen und Pädagogen – aus dem frühkindlichen Bereich, der Primarstufe, den Sekundarstufen I und II und dem Bereich der Lehrkräftebildung – in allen Bundesländern. Der VBE ist eine der beiden großen Bildungsgewerkschaften in Deutschland
Das größte Problem sind fehlende Lehrkräfte … das zweitgrößte werden bald minderqualifizierte Lehrkräfte sein
Der Bundesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Gerhard Brand, sieht durch die Ergebnisse des aktuellen Schulbarometers das stetige Mahnen des Verbandes bestätigt:
„Der Lehrkräftemangel ist das größte Problem an Schulen. Für die Politik ist das ein theoretisches Problem. Es sind Zahlen ohne Geschichte. Die Schulleitungen aber wissen, was es heißt, Stellen nicht besetzen zu können. Es heißt, Lehrkräfte zu bitten, mehr Stunden oder vertretungsweise Funktionsstellen, wie Bereichsleitungen, zu übernehmen – ohne dafür mehr Geld zu erhalten. Es heißt, Lehrkräfte, die aufgrund ihrer familiären Situation aus guten Gründen Teilzeit arbeiten möchten, für deutlich mehr Stunden in der Schule zu beschäftigen – weil sonst das ganze System zusammenbricht. Es heißt, Menschen einzustellen, die über den Quer- oder Seiteneinstieg in den Beruf kommen – in dem Wissen, dass die angebotene Vorbereitung mehr als mangelhaft ist. Lehrkräftemangel ist für uns in der Schule nicht nur eine Zahl, es ist eine reale Bedrohung für die pädagogische Qualität unseres Angebots. Vor allem, wenn noch lauter darüber nachgedacht wird, das Lehramtsstudium zu verkürzen und die Lehrbefähigung schon mit dem Bachelor erreicht wird. Das ist ein Irrweg!“
Recht auf Deutsch-Lernen statt Deutschpflicht
Mit Blick auf die Forderung nach einer „Deutschpflicht auf den Schulhöfen“, die der Generalsekretär der CDU, Mario Czaja, in der letzten Woche erhob, verweist Brand auf das Ergebnis der Studie, wonach an mehr als der Hälfte der Schulen keine ausreichende Förderung in Deutsch für neu Zugewanderte gewährleistet werden kann: „Es ist eine Schande, wie Kinder und Jugendliche, die einen breiten Wortschatz in verschiedenen Sprachen haben und diesen auch auf dem Schulhof pflegen, stigmatisiert werden. Gleichzeitig wird den Schulen nicht ausreichend Möglichkeit gegeben, Zugewanderte in Deutsch zu unterrichten. Genauso populistisch die Forderung nach einer Deutschpflicht ist, müsste man zurückfragen, weshalb kein Recht auf Deutsch-Lernen umgesetzt wird. Dafür braucht es zum Beispiel mehr Lehrkräfte mit der Befähigung für das Lehren von Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache.“
Nach Corona ist vor der Normalität
Der VBE Bundesvorsitzende stellt außerdem fest, dass es noch immer eine große Herausforderung ist, die Folgen der Einschränkungen durch die Coronapandemie aufzufangen. Dass das Aufholprogramm des Bundes nicht überall wie gewünscht wirkte, überrascht ihn nicht. Er stellt fest: „Es gibt durchaus auch positive Rückmeldungen, wie mit dem Geld schnell und unbürokratisch geholfen werden konnte. Das war der große Pluspunkt des Programms. Wir sehen aber, dass Geld mit der Gießkanne auszuschütten, ineffektiv ist. Schulen sind so heterogen wie die Viertel, in denen sie stehen. Und so müssen sie gefördert werden. Es braucht Verteilkriterien, mit denen klar identifiziert werden kann, wie hoch die Bedarfe sind.“
——Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) vertritt als parteipolitisch unabhängige Bildungsgewerkschaft die Interessen von ca. 164.000 Pädagoginnen und Pädagogen – aus dem frühkindlichen Bereich, der Primarstufe, den Sekundarstufen I und II und dem Bereich der Lehrkräftebildung – in allen Bundesländern. Der VBE ist eine der beiden großen Bildungsgewerkschaften in Deutschland
Lehrkräftemangel: Absenkung der Qualität der Lehrerbildung ist ein Irrweg!
Anlässlich der Übergabe der Präsidentschaft der Kultusministerkonferenz (KMK) an die Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse an diesem Montag, gratuliert ihr der Bundesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) und unterstützt sie in der Wahl ihrer Schwerpunkte:
„Präsidentin Busse hat schon im Vorfeld der Präsidentschaftsübernahme deutlich gemacht, dass sie nicht nur die ‚Qualitative Weiterentwicklung der Ganztagsschule in der Primarstufe‘ in den Fokus stellt, sondern auch den Fachkräftemangel im Bildungsbereich. Das unterstütze ich vollkommen. Der VBE hat in der Debatte um den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung immer deutlich gemacht, dass die Umsetzung scheitern wird, wenn die Politik es nicht schafft, mehr Personal für das Arbeiten im Bildungsbereich zu gewinnen. Ob das durch einen Staatsvertrag passieren kann, sei dahingestellt, da dieser zum einen nicht kurzfristig erarbeitet werden kann und ebenso wenig kurzfristig wirken wird. Viel wichtiger ist, dass in den Kultusministerien die Erkenntnis reift, dass der Lehrberuf deutlich attraktiver werden muss. Wer schon im Referendariat sieht, dass die Bedingungen an den Schulen direkt aus dem Hörsaal in den Burnout führen, beendet das Studium noch vor dem Abschluss oder wählt später mit dem Abschluss in der Tasche einen anderen Karriereweg. Das können wir uns nicht mehr leisten! Um mehr Personal zu gewinnen und das vorhandene zu halten, braucht es ein ausfinanziertes Bildungssystem – und klare Ideen, was denn für jede hinzukommende Aufgabe wegfallen kann.“
Eine klare Absage erteilt Brand kursierenden Ideen, den Lehrkräftemangel durch eine Absenkung der Qualifikation zu bekämpfen. So wird es in Brandenburg künftig möglich sein, mit einem Bachelorabschluss zu unterrichten. Der Bundesvorsitzende des VBE kritisiert dies scharf:
„Das ist ein Irrweg! Nach jahrelangem Aussitzen des offensichtlich anwachsenden Lehrkräftemangels wird jetzt hektisch eine undurchdachte ‚Lösung‘ umgesetzt, welche die Qualität der Lehrkräftebildung absenkt. Das schadet mehr, als es nützt. Gerade in Zeiten des Mangels brauchen wir doch Menschen, die bestmöglich auf ihren Beruf vorbereitet werden, um unter schwierigen Bedingungen pädagogisch optimal auf Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler reagieren zu können. Der Turbo-Abschluss nützt nur der Politik, um die eklatanten Versäumnisse der letzten Jahre schönzurechnen.“
Der neuen KMK-Präsidentin Busse wünscht Brand viel Erfolg, die unterschiedlichen Vorstellungen der Länder zu ordnen und konstruktiv zu lenken:
„In der KMK treffen teilweise 16 verschiedene Meinungen und Vorgehensweisen aufeinander. Es ist keine leichte Aufgabe, diese zusammenbringen. Wir wünschen Senatorin Busse, dass sie mehr als den Minimalkonsens verhandeln kann und während ihrer Amtszeit tatsächliche Fortschritte zu sehen sind. Als eine der beiden großen Lehrkräftegewerkschaften stehen wir ihr dabei gerne mit unserer Expertise und dem Wissen aus der Praxis zur Seite.“
Lehrkräftemangel: Absenkung der Qualität der Lehrerbildung ist ein Irrweg!
Anlässlich der Übergabe der Präsidentschaft der Kultusministerkonferenz (KMK) an die Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse an diesem Montag, gratuliert ihr der Bundesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) und unterstützt sie in der Wahl ihrer Schwerpunkte:
„Präsidentin Busse hat schon im Vorfeld der Präsidentschaftsübernahme deutlich gemacht, dass sie nicht nur die ‚Qualitative Weiterentwicklung der Ganztagsschule in der Primarstufe‘ in den Fokus stellt, sondern auch den Fachkräftemangel im Bildungsbereich. Das unterstütze ich vollkommen. Der VBE hat in der Debatte um den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung immer deutlich gemacht, dass die Umsetzung scheitern wird, wenn die Politik es nicht schafft, mehr Personal für das Arbeiten im Bildungsbereich zu gewinnen. Ob das durch einen Staatsvertrag passieren kann, sei dahingestellt, da dieser zum einen nicht kurzfristig erarbeitet werden kann und ebenso wenig kurzfristig wirken wird. Viel wichtiger ist, dass in den Kultusministerien die Erkenntnis reift, dass der Lehrberuf deutlich attraktiver werden muss. Wer schon im Referendariat sieht, dass die Bedingungen an den Schulen direkt aus dem Hörsaal in den Burnout führen, beendet das Studium noch vor dem Abschluss oder wählt später mit dem Abschluss in der Tasche einen anderen Karriereweg. Das können wir uns nicht mehr leisten! Um mehr Personal zu gewinnen und das vorhandene zu halten, braucht es ein ausfinanziertes Bildungssystem – und klare Ideen, was denn für jede hinzukommende Aufgabe wegfallen kann.“
Eine klare Absage erteilt Brand kursierenden Ideen, den Lehrkräftemangel durch eine Absenkung der Qualifikation zu bekämpfen. So wird es in Brandenburg künftig möglich sein, mit einem Bachelorabschluss zu unterrichten. Der Bundesvorsitzende des VBE kritisiert dies scharf:
„Das ist ein Irrweg! Nach jahrelangem Aussitzen des offensichtlich anwachsenden Lehrkräftemangels wird jetzt hektisch eine undurchdachte ‚Lösung‘ umgesetzt, welche die Qualität der Lehrkräftebildung absenkt. Das schadet mehr, als es nützt. Gerade in Zeiten des Mangels brauchen wir doch Menschen, die bestmöglich auf ihren Beruf vorbereitet werden, um unter schwierigen Bedingungen pädagogisch optimal auf Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler reagieren zu können. Der Turbo-Abschluss nützt nur der Politik, um die eklatanten Versäumnisse der letzten Jahre schönzurechnen.“
Der neuen KMK-Präsidentin Busse wünscht Brand viel Erfolg, die unterschiedlichen Vorstellungen der Länder zu ordnen und konstruktiv zu lenken:
„In der KMK treffen teilweise 16 verschiedene Meinungen und Vorgehensweisen aufeinander. Es ist keine leichte Aufgabe, diese zusammenbringen. Wir wünschen Senatorin Busse, dass sie mehr als den Minimalkonsens verhandeln kann und während ihrer Amtszeit tatsächliche Fortschritte zu sehen sind. Als eine der beiden großen Lehrkräftegewerkschaften stehen wir ihr dabei gerne mit unserer Expertise und dem Wissen aus der Praxis zur Seite.“
Burnout-Syndrom erkennen und vorbeugen
Die Fortbildung wird in der am 05.06.2023 von 17-19 Uhr online über Zoom stattfinden.
Anmeldung und weitere Informationen in der VBE Akademie.
Klassen erfolgreich leiten. Handlungsmöglichkeiten und praktische Hilfen für die Klassenführung und für den Umgang mit Unterrichtsstörungen
Fortbildung BPV Oberstufenzentrum Neuruppin März 2023
Klassen erfolgreich leiten zu können, ist eine Fähigkeit, die für alle Lehrkräfte essentiell ist. Empirische Studien zeigen, dass erfolgreiche Klassenführung der wesentliche Faktor für das Leistungsniveau, den Lernfortschritt und die Persönlichkeitsentwicklung von Schülerinnen und Schülern ist. Die wesentliche Aufgabe der Klassenführung besteht darin, eine konstruktive Atmosphäre für soziales und fachliches Lernen zu schaffen und immer wieder ein Arbeitsbündnis mit den Schülerinnen und Schülern zu bilden.
Diese Aufgabe ist in Krisenzeiten, wie wir sie derzeit erleben besonders wichtig. Wie kann man aus Klassen, in denen einige gut durch den Fernunterricht gekommen sind und viel gelernt haben, andere dagegen sogar verlernt haben, wie man lernt (von den Rückfällen im Fachwissen ganz abgesehen) und wie man sich in einer Gemeinschaft verhält, wieder konstruktiv wirkende Gemeinschaften entwickeln? Für viele Kinder und Jugendliche ist vor allem wichtig ist, in der Schule einen sicheren Ort vorzufinden, in dem sie sich eingebunden und sicher fühlen. Daher sind Fragen wichtig wie: Was verbindet uns? Was ist uns wichtig? Wie wollen wir zusammenarbeiten und zusammenwirken? Was sind unsere Regeln? Welche Rituale und Routinen sind hilfreich?
Diese Herausforderungen lassen sich vor allem durch eine professionelle Selbst- und Beziehungskompetenz bewältigen, wozu es auch gehört, seine persönlichen Grenzen zu erkennen und klar zu vertreten und seine persönliche Autorität zu entwickeln, denn besonders in Konflikten erleben wir, dass eine starre, nur auf die Rolle gegründete Autorität nicht mehr trägt. Hilfreich für die Praxis sind auch Methoden des Classroom Managements und der Theaterpädagogik.
Die Fortbildung soll darüber hinaus ein Handlungsrepertoire für den Umgang mit Störungen und Konflikten in der Klasse anbieten. Im ersten (Online-) Teil wird eine Einführung in die Thematik angeboten und Raum für die Anliegen und Fragen der Teilnehmenden gegeben. Im zweiten Teil geht es um die Praxis der Klassenführung – mit Übungen, Methoden, Werkzeugen.
Erster Teil: 14.3.2023, 15:30 Uhr bis 18:00 Uhr (online)
Zweiter Teil: 21.03.2023, 15 bis 18 Uhr (Aula, Oberstufenzentrum Neuruppin)
Anmeldung bis 5 Tage vor der Veranstaltung bei Christian Garlin: garlin@bpv-vbe.de
„Baut Eure Zukunft“ – Projektarbeit mit der Arbeits – und Lernmethode Design-Thinking
Schulrecht für die Praxis
Ort: Brandenburg an der Havel, OSZ Gebr. Reichstein
Schulform: alle Schulformen, überwiegend Grundschule
Termine: 14.3.2023, 15Uhr bis ca. 18Uhr
Dozent: Dr. Hoegg
Schwerpunkte:
- Juristische Grundlagen
- Aufsichtspflicht und Haftung
- Disziplinarische Verstöße und schulrechtliche Reaktionen
Anmeldungen bis spätestens 01.03.2023 an Frau Riemer unter riemer@bpv-vbe.de.
Schulrecht für die Praxis
- Juristische Grundlagen
Zunächst erfahren Sie etwas über einzelne Vorgaben des Grundgesetzes, die Hierarchie der unterschiedlichen Rechtsnormen und die sprachliche Bindungswirkung von Muss-, Soll- und Kann- Bestimmungen. Danach werden kurz einige zentrale Rechte und Pflichten von Lehrkräften vorgestellt.
- Aufsichtspflicht und Haftung
In keinem Bereich haben Fehleinschätzungen durch Lehrkräfte so schwere Konsequenzen wie bei der Aufsichtspflicht. Welche Anforderungen müssen Sie also erfüllen, um auf der sicheren Seite zu sein? Was bedeutet eigentlich der viel zitierte Satz der Gerichte: Die Schüler müssen sich nur beaufsichtigt fühlen?
Sie lernen die unterschiedlichen Stufen der Schuld kennen, an denen sich die Haftung bemisst. Sie erkennen, wo „gefahrgeneigte Tätigkeiten“ lauern, wie weit sich der Aufsichtsbereich der Schule erstreckt und erfahren, wie Sie sich korrekt verhalten. Hierfür beginnen wir mit Situationen im Schulgebäude und enden bei der Klassenfahrt ins Ausland. Dabei bekommen Sie Antworten auf folgende Fragen:
– Dürfen Sie Schüler notfalls in Ihrem Privat-Pkw mitnehmen?
– Wo liegt der Unterschied zwischen grober und leichter Fahrlässigkeit?
– Bei welcher Stufe der Schuld haften Sie – und bei welcher nicht?
– Sind Sie auf einer Klassenfahrt tatsächlich 24 Stunden im Dienst?
– Dürfen Sie minderjährigen Schülern eigentlich Medikamente geben?
- Disziplinarische Verstöße und schulrechtliche Reaktionen
Wenn wohlmeinende pädagogische Ermahnungen störende Schüler nicht mehr erreichen, bleibt manchmal nur der Griff zu schulrechtlichen Maßnahmen. Aber welche Maßnahmen dürfen Sie problemlos ergreifen? Und von welchen Reaktionen sollten Sie besser die Finger lassen?
Zunächst erfahren Sie den Unterschied zwischen gesetzlich vorgegebenen Ordnungsmaßnahmen, für die Konferenzbeschlüsse erforderlich sind, und den milderen Erziehungsmaßnahmen, die von jeder Lehrkraft formlos ergriffen werden können. Da aber auch diese Eingriffe gegenüber Schülern und Eltern gerechtfertigt werden müssen, lernen Sie, wie Sie am besten vorgehen, um rechtlich nicht angreifbar zu sein. Dabei bekommen Sie Antworten auf folgende Fragen:
– Dürfen Sie störende Schüler aus dem Klassenraum schicken?
– Können Sie Schüler im Raum festhalten? Falls ja, wie lange?
– Unter welchen Voraussetzungen dürfen Sie Schüler anfassen?
– Können Sie den wiederholten Toilettengang verbieten?
– Was sollten Sie beim Umgang mit Handys unbedingt beachten?
Zum Referenten:
Dr. jur. Hoegg ist nicht nur Verwaltungsjurist mit dem Schwerpunkt Schulrecht, sondern auch ausgebildeter Lehrer und hat als solcher über 30 Jahre an einer Schule in Niedersachsen unterrichtet. Er kennt also die Schule und ihre Besonderheiten aus eigener Erfahrung. Mehrere Lehraufträge an Universitäten, diverse Veröffentlichungen und zahlreiche bundesweite Fortbildungen zum Schulrecht weisen ihn als Experten auf diesem Gebiet aus.
Hey – hier wird nicht gemobbt! – Aktiv gegen Gewalt und Mobbing“
Schüler*innen erleben während Ihrer Schulzeit nicht nur positive Erfahrungen; Demütigungen durch Mitschüler oder Erfahrungen des Ausgegrenztseins gibt es leider auch. Dabei kommt es immer wieder zu offenen Anfeindungen und Mobbing innerhalb der Schule und in den Klassen. Diese Verhaltensdispositionen sind in in allen Schulformen zu beobachten.
Das praxisorientierte Seminar stellt Handlungsstrategien für Studierende und Lehrer*innen gegen Mobbing vor.
Ziele der online-Weiterbildung ist die Sensibilisierung für das Erkennen und Erlernen von Hilfsmöglichkeiten in Gewalt- und Mobbingsituationen.
Ziel
– Intervention in Gewalt- und Mobbingsituationen
Inhalte
– Was ist Mobbing?
– Unterschied Gewalt – Mobbing
– Interventionen
– konkrete Übungen für Schüler*innen zur Sensibilisierung
Methoden
– Impulsreferate mit Unterlagen
– Diskussionen
– online-Arbeitsgruppen
Die Fortbildung wird in der am 28.09.2023 von 17-19 Uhr online über Zoom stattfinden.
Sommerferien
13.07.2023-26.08.2023
