Erziehungspartnerschaft: Zusammenarbeit neu gestalten

Grußwort des Bundesvorsitzenden des VBE Tomi Neckov anlässlich des Landesverbandstages des BPV am 10.10.2026

„Es braucht ein Dorf, um ein Kind großzuziehen.“ Sie kennen diesen Satz. Was Sie noch nicht wissen: Ich mag ihn nicht.

Überhaupt: „ein Kind großziehen“. Als Lehrer weiß ich: Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. Kinder werden begleitet, gestärkt und gefördert, nicht großgezogen.

Immer und immer wieder wird der Satz herangezogen, wenn es darum geht, dass nun mal Viele dabei mithelfen müssen, damit ein Kind in dieser Welt zu einem guten Menschen wird. Er kommt aber aus einer Zeit, in der diese Vielen eigentlich eines waren: Familie.

Aber: Dieses Dorf gibt es nicht mehr. Die Fabrik ist geschlossen, die Läden sind ausgezogen, die Großeltern arbeiten noch oder brauchen selbst Pflege, die Jüngeren sind in die Stadt gezogen. Wer als Familie so auf sich allein gestellt ist, verlässt sich auf staatliche Institutionen. Ja, muss sich doch verlassen können.

Diese Transformation hat sich still vollzogen. Mit jeder bezahlten Arbeitsstunde mehr in der Familie bleibt weniger Zeit für das Miteinander. Und auch wenn erste Studien zeigen, dass die verbleibende Zeit intensiver als früher für sogenannte „Quality time“, also qualitätsvoll miteinander verbrachte Zeit, genutzt wird, merken wir in Schule, dass eben doch etwas fehlt. Das ist erst einmal nur eine Bestandsaufnahme. Ein Blick auf die Realität, der nicht wertet. Nicht zuletzt ein verständnisvoller Blick darauf, dass es mittlerweile fast überall finanzielle Notwendigkeit ist, dass beide Elternteile arbeiten. Aber auch ein aufgeklärter Blick darauf, dass es jedem Menschen offenzustehen hat, sich auch in professioneller Hinsicht selbstzuverwirklichen.

Die Konsequenz daraus ist jedoch spürbar: Schule soll neben der Wissensvermittlung und dem Sichern von Kompetenzen auch Partizipation gewährleisten – und damit am besten gleich die Demokratie retten. Wir sollen Zusammenhalt stiften, die Wirtschaft mit Fachkräften versorgen und nebenbei mit jedem einzelnen Elternhaus eine Partnerschaft führen.

Es entsteht eine Anspruchshaltung an Schule, die uns zwar ehrt – denn wem sonst wird zugetraut, alle gesellschaftlichen Missstände zu reparieren?! – aber am Ende nicht einzulösen ist. Das System ist seit Jahren auf Kante genäht und jetzt, wo Kapazitäten da wären, um endlich in den qualitativen Ausbau zu gehen, wird ein Einstellungsstopp verhangen. Das ist ein Schuss ins Knie für die Bildungsqualität.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

was gute Zusammenarbeit mit Eltern braucht, wissen wir längst: Begegnung, Verlässlichkeit, Vertrauen, Gespräche auf Augenhöhe. Um das zu schaffen, braucht es verschiedene Angebote in unterschiedlichen Sprachen – auch in einfacher Sprache ohne Behördendeutsch.

Doch das gibt es nicht zum Nulltarif. Wir müssen darauf vorbereitet sein: in der Ausbildung, durch entsprechend Fort- und Weiterbildung, durch externe Supervision, die gerade bei schwierigen Situationen hilfreiche Unterstützung bieten können. Wir brauchen den Austausch auch im Kollegium, vor allem, wenn wir das Glück haben, multiprofessionell zusammenzuarbeiten. Dann gilt es nämlich, die unterschiedlichen Blickrichtungen aufs Kind auch den Eltern transparent zu machen.

Und was kostet das – außer durchaus auch mal Nerven?

ZEIT! Unser höchstes Gut, von dem wir gefühlt immer zu wenig haben.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

das bringe ich gerne auf die Formel, die wir in unserem Strategieprozess auf Bundesverbandsebene erarbeitet haben:

Es gibt kein Erkenntnisproblem. Es gibt ein Strukturproblem.

Damit wir Erziehungspartnerschaft leben können, müssen wir raus aus der permanenten Mangelsituation. Wir brauchen ausreichende Ressourcen, angemessene Arbeitsbedingungen, multiprofessionelle Teams und Entlastung von Verwaltungsarbeit. Das alles schafft, was wir am allermeisten brauchen: Zeit.

Damit das Verständnis dafür reift, müssen Lehrkräfte wie Sie und ich viel früher in politische Entscheidungsprozesse eingebunden werden. Aus der Praxis für die Praxis: Das ist das Versprechen des VBE (und des BPV). Viel zu oft werden Entscheidungen von außen an die Schulen herangetragen, ohne die Expertise der Praxis einzubinden. Aber: Lehrkräfte dürfen nicht Objekt des Wandels sein. Sie wollen nicht transformiert werden. Wir haben einen Gestaltungsauftrag und den wollen wir nutzen!

In einer normalen Partnerschaft entscheidet man sich füreinander. In der Schule nicht. Für kein Elternteil haben wir uns entschieden, mit keinem konnten wir vorab bei einem Kaffee klären, ob wir ähnliche Werte teilen. Und trotzdem muss ad hoc ein Zusammenspiel entstehen. Meistens gelingt das, auch dank unserer pädagogischen Professionalität. Und doch stellt es natürlich Anforderungen an uns, Eltern als Beteiligte des Schullebens einzubinden – anstatt nur Informationen weiterzugeben.

Aber wen das Dorf sich ändert – ja, wenn die Schule mit allen vertretenen Professionen das Dorf wird –, dann sind wir hier in der Verantwortung!

„Früher mussten wir das auch nicht machen“, höre ich dann. Früher hatten die Kinder Respekt vorm Lehrer, und wenn nicht, gab es eine Strafe.        Aber: War das eine bessere Welt? Ein Kind, das Angst hat, zu Hause von der Schule zu erzählen, wollen weder die Jugendlichen von heute noch wir. Nein, früher war nicht alles besser. Ein Satz, der im Übrigen auch in jede Politikstunde dieser Tage gehört.

Dabei gilt immer: Respekt ist keine Einbahnstraße. Wenn Eltern eine Entscheidung mit ernstem Interesse hinterfragen, ist das gut. Mit dem Anwalt zu drohen, weil die Note nicht passt, oder Lehrkräfte zu beleidigen, geht nicht. Hier stehen wir als Gewerkschaft an der Seite unserer Mitglieder, notfalls mit juristischer Vertretung. Das Bedürfnis der Lehrkraft nach Sicherheit ist keine Randnotiz.

Was heißt das nun konkret für uns als Verband? Wie können wir das leisten: Erziehungspartnerschaft in Zeiten von Transformation?

Wir bringen Wissen ein. Erfahrungen aus Schulen, Elterngesprächen und Kollegien tragen wir gebündelt in die Politik, bevor Entscheidungen fallen und nicht erst danach.

Wir schaffen Räume. Wie der BPV heute hier: Räume, in denen Lehrkräfte, Eltern und Schülervertretungen miteinander sprechen statt übereinander. Ich möchte, dass wir dieses Dreieck ernst nehmen und stets unsere Bedürfnisse miteinander abgleichen, gerne auch ergänzt um die Perspektiven derer, die wir (meines Erachtens zu Recht) kritisieren: Politik; vor allem, wenn Entscheidungen über unsere Köpfe hinweg getroffen werden.

Wir geben Orientierung. Mit Handreichungen, Fortbildung und Rechtsschutz für Kolleginnen und Kollegen, die in Konflikte geraten.

Wir setzen Themen. Wir sehen, was groß wird und halten Angebote vor: Lehrkräftegesundheit wird das Thema unseres nächsten Jahres und ich freue mich schon darauf, viele von Ihnen bei unserem Kongress zu treffen.

Denn wir sind der Überzeugung: Bildung braucht Bedingungen!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

diese Bedingungen hat in den letzten Jahren für den Brandenburgischen Pädagogen-Verband stets Hartmut Stäker eingefordert. Mit dem Blick aus der Praxis hat er nicht nur diesen Landesverband, sondern auch das Arbeiten

* im Bundesvorstand,

* in diversen länderübergreifenden Workshops und

* bei Treffen weiterer Gremien bereichert.

Lieber Hartmut,

du hast diesem Verband sehr lange vorgestanden, ihn mit geformt und stets den nötigen Halt gegeben. Ich möchte Dir für diese Leistung und dein hervorragendes Engagement danken und wünsche dir für deinen weiteren Weg alles Gute!

Dem neu zu wählenden Vorstand wünsche ich heute schon ein glückliches Händchen in allen Belangen und freue mich auf die weitere Zusammenarbeit. Der Bundesverband steht immer an eurer Seite. Wir sind eurer Dorf – ganz ohne ziehen und zerren, aber mit Unterstützung und dem Willen, Veränderung zu gestalten!

Herzlichen Dank.

12. Landesverbandstag des BPV: Neuer Vorstand, gleicher Anspruch

Am 10.10.26 trafen sich die Delegierten des BPV in Potsdam, um beim Landesverbandstag einen neuen Geschäftsführenden Vorstand zu wählen. Das Motto lautete: Starke Lehrkräfte für Starke Bildung!

Am Vormittag hatte der BPV zu einer aktuellen bildungspolitischen Veranstaltung eingeladen.

Zahlreiche Gäste waren neben den Delegierten der Einladung gefolgt.

Gäste waren:

Tomi Neckov, Bundesvorsitzender des VBE,

Torsten Wahl, Vorsitzender des VBE Landesverbandes Sachsen-Anhalt,

Franz-Josef Meyer, Vorsitzender des VBE Landesverbandes Niedersachsen,

Ralf Roggenbuck, Landesvorsitzende des dbb brandenburg,

Katja Poschmann, bildungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion,

Dennis Dimbat, Debeka Berlin/Brandenburg,

Christian Lange, Landesgeschäftsstellenleiter,

Thomas Weidner, Geschäftsstellenleiter Debeka Potsdam.

 

Der VBE-Bundesvorsitzende Tomi Neckov wies in seiner kurzen Rede auf aktuelle bildungspolitische Probleme hin und würdigte die Verdienste des BPV, vor allem die langjährige Tätigkeit unseres Präsidenten Hartmut Stäker.

Bildungsminister Gordon Hoffmann übermittelte in einer Videobotschaft sein Grußwort an unseren Verbandstag.

 

Das Thema des anschließenden Vortrages in der bildungspolitischen Veranstaltung war sehr aktuell und lautete: „Meinungsfreiheit und pädagogische Freiheit von Lehrkräften in Anbetracht politischer Bedrohung“.

Der Referent Prof. Dr. Wrase, ist Professor an der Universität Hildesheim und leitet eine Forschungsgruppe „Recht und Steuerung im Kontext sozialer Ungleichheit“ am Wissenschaftszentrum Berlin.

In seinem Vortrag zeigte er u.a. an Beispielen aus dem Schulalltag auf, wie sich Lehrkräfte in Diskussionen mit Schülerinnen und Schülern verhalten können, um politisch und pädagogisch angemessen zu reagieren.

Seine Ausführungen wurden von den Gästen und Teilnehmern mit großem Interesse verfolgt und schlossen mit vielen interessanten und praxisbezogenen Fragen der Anwesenden.

 

Nach einer gemeinsamen Mittagspause begann der Verbandtag.

Zu Beginn wurden u.a. Anträge zur Satzung diskutiert und beschlossen, mit denen die Struktur des Verbandes der aktuellen Situation angepasst wurde.

Die Tagesordnung beinhaltete außerdem die Rechenschaftslegung des alten Vorstandes, die von Hartmut Stäker (ehem. Präsident des BPV) ausführlich erfolgte und die Entlastung des alten Vorstandes.

Bevor der neue Vorstand gewählt wurde, würdigten die Delegierten die langjährige Arbeit einiger Mitglieder mit der Auszeichnung „Ehrenmitglied des BPV“.

Ehrenmitglieder wurden:

Dagmar Graefe, Regina Schollmeier und Christina Adler.

Zum Ehrenpräsidenten wurde Hartmut Stäker für seine Verdienste ernannt.

 

Im Anschluss daran wurden mit großer Mehrheit die Kandidaten für den neuen Geschäftsführenden Vorstand bestätigt. Gewählt wurden:

Andreas Zimmermann, Präsident des BPV

Svenja Hamdorf, Vizepräsidentin für Finanzen und Organisation

Annemarie Schütze, Vizepräsidentin für Personalvertretung

Jördis Kayser, Vizepräsidentin für Bildungspolitik

Alexander Lipp, Vizepräsident für Mitgliederservice

 

Herzlichen Glückwunsch an den neuen Geschäftsführenden Vorstand des BPV, der in der aktuell sehr angespannten Zeit eine verantwortungsvolle Aufgabe übernommen hat.

Natürlich ist die Arbeit in den Regionalverbänden ein Herzstück des Verbandes und eine wichtige und unverzichtbare Unterstützung des Vorstandes.

 

Norddeutscher Lehrkräftetag

Der Hauptvortrag hat das Thema „Krisenfest im Schulalltag“:

  • Muffi – Konflikttypen erkennen und besser verstehen
  • „Nö, das mach ich nicht!“ – Hilfreiche Strategien für Aggressionen, verweigerndes Verhalten & Unterrichtsstörungen
  • Fehlende Motivation und Zusammenarbeit – Wie Elternarbeit für das Kind gut gelingt
  • So geht’s – Deeskalation auf den Punkt

Danach können sich die teilnehmenden Lehrkräfte auf mehreren Zeitschienen ihr persönliches Fortbildungsprogramm zusammenstellen und in den Pausen die begleitende Bildungsmedienausstellung besuchen.

Das MBJS hat den NDLT mit der Anerkennungs-Nr.: 260912-3.20-000-2-G als Fortbildungsangebot (Ersatzangebot) anerkannt.

dbb-Kampagne: Lehrkräfte sind „Deutschlands Stärke“

Unser Dachverband, der dbb beamtenbund und tarifunion (dbb) hat heute die Kampagne „Deutschlands Stärke: unser öffentlicher Dienst“ veröffentlicht. Die Botschaft: Ein starkes Land gibt es nur mit einem starken öffentlichen Dienst und einem starken Berufsbeamtentum.

Auf der Kampagnenwebseite finden sich Beispiele für Berufsfelder, Fakten zum Arbeiten im öffentlichen Dienst und zum Berufsbeamtentum sowie konkrete Forderungen, wie der öffentliche Dienst (wieder) attraktiver gestaltet werden kann. Der dbb-Bundesvorsitzende Volker Geyer erläutert: „Wir wollen die Menschen zeigen, die im Dienst des Landes stehen. Der öffentliche Dienst ist keine anonyme Kostenstelle. Es sind über 5 Millionen Menschen, die sich jeden Tag aufs Neue für unsere Gemeinschaft einsetzen – unter teils widrigen Bedingungen.“ Der dbb wehrt sich mit der Kampagne auch gegen Angriffe auf das Berufsbeamtentum. Der Vorsitzende Volker Geyer verweist darauf, dass die Beschäftigten im öffentlichen Dienst für Sicherheit, Bildung, Infrastruktur, Steuergerechtigkeit, Umwelt- und Verbraucherschutz und vieles mehr sorgen: „Sie sind für erfolgreiches Wirtschaften ebenso unerlässlich wie für den Zusammenhalt der Gesellschaft.“

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) ist mit 164.000 Mitgliedern die größte Fachgewerkschaft im dbb. Der Bundesvorsitzende des VBE, Tomi Neckov, kommentiert: „Über ein Drittel aller Beamtinnen und Beamten sind an Schulen zu finden. Oder anders: Fast drei Viertel (74,1 %) aller Beschäftigten im Schuldienst der Länder sind verbeamtet. Das ist gut und richtig, um allen Kindern einen verlässlichen Zugang zu guter Bildung zu gewährleisten. Nur so kommen wir dem Ziel näher, Bildungsgerechtigkeit zu verwirklichen. Dabei sorgt der Beamtenstatus für Verlässlichkeit, Stabilität und das Funktionieren des Schulbetriebs. Es ist deshalb wichtig, sich nicht von kurzfristigen Versprechungen leiten zu lassen, sondern das große Bild zu sehen. Die Kampagne macht sichtbar, wie relevant die Aufgaben, welche von Personen im öffentlichen Dienst ausgeübt werden, für den deutschen Staat sind.“

Pressekonferenz: Der BPV klagt gegen das Land Brandenburg

Der Brandenburgische Pädagogen-Verband (BPV) hat nicht leichtfertig zu diesem rechtlichen Schritt gegriffen.

Er hat im Gesetzgebungsverfahren alle demokratischen Wege genutzt, um auf die Folgen dieser Pflichtstundenerhöhung hinzuweisen, Vorschläge zu machen und auf belastbare Datengrundlagen zu drängen. Diese Hinweise, diese Erfahrungen aus der Praxis, sind weitgehend unberücksichtigt geblieben. An diesem Punkt ist für den BPV eine rote Linie erreicht. Mit dem Normenkontrollverfahren soll diese rote Linie nun juristisch markiert werden.

Es geht hier nicht um „nörgelnde“ oder „meckernde“ Lehrkräfte. Es geht um die Frage, ob der Staat sich an seine eigenen Grenzen hält, wenn er Arbeitszeit für Lehrkräfte regelt – und ob politische Versprechen zur Entlastung ernst gemeint sind oder nur auf dem Papier stehen.

Aus Sicht des BPV handelt es sich – juristisch nüchtern formuliert – um eine nicht tragfähige Kompensation. Im Klartext: Es ist eine Mogelpackung!

Lehrkräften wird Entlastung versprochen, aber im Ergebnis bleibt die Mehrarbeit, während die „Entlastung“ vielfach aus Ankündigungen, Modellprojekten oder kleineren Verwaltungsänderungen besteht, die die strukturelle Überlastung nicht ansatzweise auffangen.

Es ist legitim und richtig, sich gegen eine solche Regelung zu wehren. Wer die eigenen Rechte und Belastungsgrenzen verteidigt, ist kein „Meckerer“. Lehrkräfte, die sich organisieren und rechtliche Schritte gehen, handeln nicht aus Bequemlichkeit, sondern aus Verantwortung – auch gegenüber den Schülerinnen und Schülern.

Dr. Katharina Sponholz (Rechtsanwältin) unterstützt mit ihrem Mandat für den BPV diese Forderungen.

Hartmut Stäker (Präsident des BPV) benennt der Landesregierung noch einmal deutlich das Problem:

Ein Arbeitgeber kann die Motivation seiner Beschäftigten am stärksten erhöhen, indem er Wertschätzung, Entwicklungsmöglichkeiten, Autonomie, faire Bedingungen und ein sinnstiftendes Arbeitsumfeld schafft.

Kinder und Jugendliche zu bilden und zu erziehen ist eine sehr soziale Aufgabe, die Zeit, Kraft und Empathie verlangt und auch Zeit, Kraft und Geld kostet!

BPV Fachtagung

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Jetzt schon den Termin für die jährliche Fachtagung der BPV-Südverbände am Mittwoch, 22.04.5026 ab 13:00 Uhr im Kalender vormerken und einplanen.

Wir haben wieder interessante Veranstaltungen ausgewählt. Die meisten Referentinnen und Referenten haben bereits zugesagt und wir stecken in der Ablaufplanung des Tages. Bisher wissen wir schon, dass Seminare zu folgenden Themen auf dem Programm stehen werden:

  • Resilienzförderung mit der Referentin Frau Keller-Zimmermann,
  • Schulrecht mit Referent Andreas Zimmermann,
  • Sucht und Prävention mit Referenten der Polizei und Original-Drogenkoffer,
  • tiergestützter Unterricht (Referentin Christiane Scholze).

Die Einladungen gehen demnächst in die Schulen. Es wird wieder eine anerkannte Fortbildungsveranstaltung sein.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und zahlreiche Anmeldungen.

Auch Nicht-BPV-Mitglieder können sich bei uns weiterbilden! Und, sagen Sie es weiter!

10 Forderungen des BPV für Bürokratieabbau im Bildungsbereich

Am 12.12.2025 war der BPV in der Anhörung des Sonderausschusses des Landtages zum Bürokratieabbau im Bildungsbereich. Der BPV hat hier 10 Forderungen zum Bürokratieabbau in den Schulen des Landes vorlegegt. Das MBJS muss diese nun prüfen und dem Ausschuss im März über die Machbarkeit Rechenschaft ablegen. Sie haben weitere Ideen? Schreiben Sie uns unter kontakt@bpv-vbe.de

10 Forderungen für Bürokratieabbau

Lehrkräfte stärken und Prozesse professionalisieren

1. Alle digitalen Fachverfahren (z. B. weBBschule, ZENSOS, Schulportal) werden so angepasst, dass sämtliche Arbeitsvorgänge der Lehrkräfte und Schüler:innen vollständig digital, medienbruchfrei und ohne Papierformulare möglich sind. Parallele Papieranträge, Unterschriftsmappen und Papierakten werden komplett ersetzt.

Prozesse, die automatisierbar sind, wie Bescheide, Abfragen und Meldungen, werden automatisiert.

2. Bescheide und Genehmigungen der Schulleitung, des Staatlichen Schulamtes, der ZBB und anderen Einrichtungen erfolgen elektronisch über die Landesplattformen. Papierhafte Rückläufe werden zur Ausnahme mit besonderer Begründung. Sie werden grundsätzlich auf ein notwendiges Maß reduziert.

3. Alle landeseigenen Portale werden responsiv und so für alle Arten digitaler Endgeräte (insb. Diensttablets) optimiert; die Nutzung über mobile Endgeräte wird nicht behindert, sondern ausdrücklich ermöglicht.

 

Verwaltungspersonal aufwerten und ausbauen

4. Jede Schule erhält eine auskömmliche Ausstattung mit Schulmanagern sowie Schulsekretariaten, die explizit für Verwaltungs- und Organisationsaufgaben zuständig sind und Lehrkräfte sowie Schulleitungen von administrativen Aufgaben freistellen.

5. Die Eingruppierung von Schulsekretariaten wird an vergleichbare Verwaltungsfunktionen der Kommunen angepasst. (E6 in der Schule vs. E8 in der Stadtverwaltung bei gleicher Ausbildung) Die Arbeit in den Schulen ist nicht weniger wert! Dieser Missstand muss beseitigt werden, um die Attraktivität der Stellen zu erhöhen.

 

Inklusion entbürokratisieren

6. Verfahren rund um Inklusion, Nachteilsausgleiche und sonderpädagogische Förderung werden verschlankt und digitalisiert: Förderverfahren werden vereinfacht, digitale Antragsstrecken und Standardformulare sowie verbindliche Bearbeitungsfristen werden etabliert, damit die Unterstützung schnell bei den Schüler:innen ankommt.

 

 

Entscheidungswege und Genehmigungen vereinfachen

7. Es wird kritisch geprüft, bei welchen Entscheidungen das Schulamt, das MBJS oder weitere Landeseinrichtungen zusätzlich zur Schule beteiligt werden müssen. Entscheidungen, bei denen die Expertise der Schule ausschlaggebend ist, werden konsequent von den Schulen eigenständig getroffen.

8. Der Grundsatz lautet: „Digital first, analog nur noch im Ausnahmefall“ z.B. bei Beurlaubungen von Schüler:innen, bei der Ausgabe von Schülerausweisen (möglich als App) und bei innerdienstlichen Vorgängen, wie Schüler:innen- und Lehrkräfteakten

 

Rechtliche Standards des 21. Jahrhunderts

9. Schulgesetz und Schulraumverordnung werden dahingehend überarbeitet, dass digitale Endgeräte, Netzinfrastruktur und digitale Arbeitsplätze für Unterricht und Lehrkräfte ausdrücklich als Standard der Mindestausstattung festgeschrieben werden, einschließlich eines rechtlich gesicherten, modernen Arbeitsplatzes für jede Lehrkraft.

10. Brandenburg ist das Bundesland mit der höchsten „Regelungswut im Bereich des Schulrechts“ (Prof. Felix Hanschmann, 2024) Daher gilt bei jeder schulrechtlichen Neuregelung: Alte Regelungen sind lückenlos und kritisch auf Sinnhaftigkeit zu prüfen, zusammenzufassen und im Hinblick auf Bürokratie und Digitalisierungsoptionen und zu reduzieren.

Mal `ne ruhige Kugel schieben? Aber nicht mit uns! Der BPV-Pokal im Bowling

Waren Sie schon mal mit den Kolleginnen und Kollegen bowlen?

Wenn nicht, dann wird es höchste Zeit, denn Teamgeist und Spaß sind das, was wir gegenwärtig dringend brauchen.

Sollten Sie bereits aktive Bowler mit Ihren Kollegien sein, dann umso besser!

Wir rufen alle Schulkollegien auf, an unserem Bowlingturnier teilzunehmen!

Bedingungen für die Teilnahme:

  • Die Mannschaft besteht aus 6 Mitspielern (davon mindestens 2 BPV-Mitglieder).
  • Bis Ende Januar können Sie eine Bowlingbahn Ihrer Wahl aufsuchen und trainieren.
  • Die Ergebnisse schicken Sie uns per E-Mail und mit Foto der Spielergebnisse zu.
  • Die besten Mannschaften werden im Frühjahr nach Potsdam zur Endrunde um den BPV-Pokal eingeladen.

Einsendeschluss der Ergebnisse (Foto der Ergebnisliste und Namen der Teilnehmer) ist der 31.01.2026 an adler@bpv-vbe.de

Wir hoffen auf eine rege Beteiligung und den teilnehmenden Mannschaften viel Spaß!

Ohne Entlastung keine Entwicklung – Schulleitungen am Limit! Die forsa-Schulleitungsumfrage

  • Repräsentative forsa-Umfrage unter mehr als 1.300 Schulleitungen zeigt auf, dass die Leitungszeit der Schulleitungen viel zu gering ist.
  • Die drängendsten Herausforderungen stagnieren seit Jahren auf einem hohen Niveau – und werden von Politik nicht gelöst.
  • Förder- und Sonderschulen sind deutlich schwerer von mangelhaften Arbeitsbedingungen betroffen.

Im Rahmen des vom Verband Bildung und Erziehung (VBE) gemeinsam mit FLEET EDUCATION veranstalteten Deutschen Schulleitungskongresses (DSLK) hat der VBE auch in diesem Jahr das Meinungsforschungsinstitut forsa damit beauftragt, eine repräsentative Befragung unter 1.312 Schulleitungen durchzuführen. Die Ergebnisse präsentiert der stellvertretende Bundesvorsitzende und Kongressverantwortliche des VBE, Tomi Neckov, am Freitag in Düsseldorf.

Leitungszeit

Erstmals wurden Schulleitungen im Rahmen der diesjährigen Umfrage danach befragt, ob die ihnen zugestandene Leitungszeit ausreicht, um die Leitung und Weiterentwicklung der Schule sicherstellen zu können. Der Befund ist klar: Nur ein Prozent der Schulleitungen hält die ihnen zur Verfügung stehende Leitungszeit für ausreichend. 82 Prozent sagen klar: Die Zeit reicht nicht, um Schulen gut zu führen und weiterzuentwickeln. Tomi Neckov: „So kann Schule den Anforderungen, die an sie gestellt wird, nicht gerecht werden. Wir fordern keinen Luxus, sondern die Grundlage für gute Bildung. Schulleitungen brauchen Entlastung, Förderung und Unterstützung, um ihrem Job nachkommen zu können. Fast alle befragten Schulleitungen fordern zusätzliche Leitungsstunden, multiprofessionelle Teams oder mehr Gestaltungsspielraum. Hinter all diesen Forderungen steckt der Wunsch nach mehr Zeit.“

Berufszufriedenheit

Im Bereich der Belastungsfaktoren und Verbesserungswünsche stagnieren die Befunde seit Jahren auf einem hohen Niveau. Zwar geben weiterhin 85 Prozent an, ihren Beruf sehr oder eher gerne auszuüben, doch nur rund die Hälfte würde den Beruf aktiv weiterempfehlen – ein Wert, der sich seit 2021 kaum verbessert hat. Belastungsfaktoren wie das stetig wachsende Aufgabenspektrum (96 Prozent), steigende Verwaltungsarbeiten (93 Prozent), fehlende Zeitressourcen (92 Prozent) und der Erwartungsdruck, gesellschaftliche Probleme lösen zu sollen (95 Prozent), führen dazu, dass gut ein Drittel der Schulleitungen ihre Aufgaben nur noch gelegentlich oder nie zur eigenen Zufriedenheit erfüllen kann. Neckov kommentiert: „Leider können wir keine Verbesserungen erkennen. Schulleitungen leiden seit Jahren unter den gleichen Missständen und eine Verbesserung lässt weiter auf sich warten. Dies wäre selbst ohne die zusätzlichen Herausforderungen, die immer wieder auf die Schulen abgewälzt werden, ein Armutszeugnis. Wir leben allerdings in Zeiten, in denen wir immensen gesellschaftlichen Herausforderungen begegnen müssen. Und in Zeiten der Krise ist Stagnation kein Fort- sondern ein Rückschritt.“

In der aktuellen VBE-Umfrage werden erstmals gezielt Motive erfasst, warum Schulleitungen ihren Beruf weiter ausüben, obwohl sie diesen vermutlich nicht weiterempfehlen würden. 36 Prozent derjenigen, die keine Weiterempfehlung aussprechen, geben als wichtigsten Beweggrund an, wegen der Kinder bzw. der Schülerinnen und Schüler weiterhin im Amt zu bleiben; für 30 Prozent ist das Kollegium entscheidend, 25 Prozent bleiben aufgrund ihres Willens, Schule zu gestalten. Weitere Motive sind Verantwortungsgefühl (12 Prozent), Freude an der Arbeit (9 Prozent), Sinnhaftigkeit der Tätigkeit (9 Prozent) und Berufung (7 Prozent). Tomi Neckov betont: „Die Bildungsministerien können froh und dankbar sein, dass Schulleitungen trotz all der Herausforderungen und Krisen nicht das Handtuch werfen. Sie machen weiter: Im Sinne der Schülerinnen und Schüler, aufgrund des starken Teams, das sie leiten oder aufgrund ihres unbedingten Willens, Schule doch noch positiv gestalten zu können. Hätten wir nicht so engagierte Kolleginnen und Kollegen, stünden wir heute vor noch deutlich größeren Herausforderungen.“

Lehrkräftemangel und schulformspezifische Herausforderungen

Die aktuelle Umfrage zeigt zudem, dass auch der Lehrkräftemangel ein zentrales Problem für Schulleitungen bleibt. Die öffentlichkeitswirksam präsentierte Lösung des Lehrkräftemangels aufgrund demografischer Entwicklungen ist in den Schulen bislang nicht angekommen. Im Schnitt fehlen pro Schule 1,4 Lehrkräfte. Da allerdings 47 Prozent der Schulen alle Stellen besetzen konnten, bedeutet dies, dass betroffene Schulen umso mehr offene Stellen zu beklagen haben. Zudem hat es hier im Vergleich zu den letzten Jahren nur marginale Verschiebungen gegeben (2024: 1,2 offene Stellen; 2023: 1,5 offene Stellen). Besonders hoch ist die Belastung an Förderschulen, wo im Durchschnitt 4,1 Stellen pro Schule unbesetzt sind. Auch hier gilt: Fast ein Viertel der Förder- und Sonderschulen konnten alle Stellen besetzen. Dort wo Mangel herrscht, trifft es die Schulen umso härter. Bundesweit gibt ein Viertel der Schulleitungen an, ihre Schule werde künftig sehr stark vom Lehrkräftemangel betroffen sein. Obwohl der Anteil im Vergleich zu 2022 (43 Prozent) zurückgegangen ist, bleibt die Einschätzung alarmierend. Auch hier ist die Belastung an Förderschulen besonders hoch, wo 43 Prozent der Schulleitungen erwarten, zukünftig sehr stark durch den Lehrkräftemangel betroffen zu sein. Neckov nimmt die Politik in die Pflicht: „Der Lehrkräftemangel bleibt das Problem unserer Zeit. Es reicht nicht aus, wenn die Politik sich darauf verlässt, dass es in ein paar Jahren möglicherweise besser werden soll. Wir brauchen die Entlastung jetzt und nicht später. Die Behebung des Lehrkräftemangels muss weiterhin die zentrale Aufgabe der Bildungspolitik sein. Der Beruf muss attraktiver werden. Wir brauchen bessere Arbeitsbedingungen, mehr Gestaltungsspielraum an der Schule, eine zeitgemäße Ausbildung für Lehrkräfte und eine angemessene Bezahlung. Zudem brauchen wir dringend einen flächendeckenden Einsatz multiprofessioneller Teams.“

Die besonderen Herausforderungen der Förderschulen nimmt er kritisch in den Blick: „Politik muss den Hebel weiter und stärker dort ansetzen, wo der Bedarf am höchsten ist. Das Startchancenprogramm ist ein sehr guter Ansatz – die Bürokratie, die dahintersteckt, leider nicht. Wir dürfen diejenigen, die am dringendsten auf unsere Hilfe angewiesen sind, nicht im Stich lassen.“

Fort- und Weiterbildung

In diesem Jahr wurde ebenfalls erstmals erfragt, worauf Schulleitungen bei staatlichen Fortbildungsangeboten Wert legen. Demnach wünschen sich Schulleitungen mehrheitlich vor allem Planbarkeit in Form fester Zeitfenster, um eine regelmäßige Struktur für Fortbildungen festzulegen (59 Prozent) und eine bessere inhaltliche Orientierung der Angebote auf die Herausforderungen der Schulleitung (53 Prozent). Gut ein Drittel der Schulleitungen bemängelt allerdings auch die Qualität des derzeitigen Fortbildungsangebots und ein mangelndes Fortbildungsbudget. Immerhin noch mehr als jede zehnte Schulleitung wünscht sich schlichtweg mehr Angebote.

Fazit

Bei all den genannten Herausforderungen wundert es nicht, dass Schulleitungen wenig zufrieden mit der Schulpolitik sind. Mehr als acht von zehn Schulleitungen sind eher oder sehr unzufrieden. Die Kritik richtet sich insbesondere gegen die fehlende Berücksichtigung der tatsächlichen Schulrealität durch politische Entscheidungen, ungenügende finanzielle und personelle Ausstattung sowie den mangelnden Rückhalt für Schulleitungen in ihren Aufgaben. VBE-Vize Tomi Neckov fordert: „Wir brauchen eine nachhaltige Bildungspolitik, die die Lebens- und Arbeitsbedingungen an Schulen deutlich verbessert. Dazu gehören eine ausreichende personelle Ausstattung, mehr Leitungszeit und Anrechnungsstunden für Schulleitungen, gezielte Fortbildungsangebote sowie ein entschlossener Bürokratieabbau. Die Politik muss die Stimme der Schulleitungen ernst nehmen und echte Handlungsspielräume schaffen, um die vielfältigen Herausforderungen im Bildungsalltag zu bewältigen und die Qualität der schulischen Arbeit langfristig zu sichern.“

Quelle: VBE Bund

Neues Team im Regionalverband West-Brandenburg

Am 18.11.2025 fand die konstituierende Sitzung des Regionalverbandes West-Brandenburg statt. Dabei wurde der neue Vorstand gewählt:

  • Vorsitzende: Kerstin Riemer
  • Stellvertretung: Jördis Kayser und Mandy Wenzlaff
  • Schatzmeisterin: Janett Loth
  • Beisitzende: Anselm Siegel und Andrea Hölzer

Wir freuen uns auf eine engagierte und konstruktive Zusammenarbeit.

Gemeinsam möchten wir den Verband weiter stärken, neue Impulse setzen und unsere Region mit frischen Ideen, Offenheit und Mut für die Zukunft gestalten.