Norddeutscher Lehrkräftetag

Der Hauptvortrag hat das Thema „Krisenfest im Schulalltag“:

  • Muffi – Konflikttypen erkennen und besser verstehen
  • „Nö, das mach ich nicht!“ – Hilfreiche Strategien für Aggressionen, verweigerndes Verhalten & Unterrichtsstörungen
  • Fehlende Motivation und Zusammenarbeit – Wie Elternarbeit für das Kind gut gelingt
  • So geht’s – Deeskalation auf den Punkt

Danach können sich die teilnehmenden Lehrkräfte auf mehreren Zeitschienen ihr persönliches Fortbildungsprogramm zusammenstellen und in den Pausen die begleitende Bildungsmedienausstellung besuchen.

Das MBJS hat den NDLT mit der Anerkennungs-Nr.: 260912-3.20-000-2-G als Fortbildungsangebot (Ersatzangebot) anerkannt.

dbb-Kampagne: Lehrkräfte sind „Deutschlands Stärke“

Unser Dachverband, der dbb beamtenbund und tarifunion (dbb) hat heute die Kampagne „Deutschlands Stärke: unser öffentlicher Dienst“ veröffentlicht. Die Botschaft: Ein starkes Land gibt es nur mit einem starken öffentlichen Dienst und einem starken Berufsbeamtentum.

Auf der Kampagnenwebseite finden sich Beispiele für Berufsfelder, Fakten zum Arbeiten im öffentlichen Dienst und zum Berufsbeamtentum sowie konkrete Forderungen, wie der öffentliche Dienst (wieder) attraktiver gestaltet werden kann. Der dbb-Bundesvorsitzende Volker Geyer erläutert: „Wir wollen die Menschen zeigen, die im Dienst des Landes stehen. Der öffentliche Dienst ist keine anonyme Kostenstelle. Es sind über 5 Millionen Menschen, die sich jeden Tag aufs Neue für unsere Gemeinschaft einsetzen – unter teils widrigen Bedingungen.“ Der dbb wehrt sich mit der Kampagne auch gegen Angriffe auf das Berufsbeamtentum. Der Vorsitzende Volker Geyer verweist darauf, dass die Beschäftigten im öffentlichen Dienst für Sicherheit, Bildung, Infrastruktur, Steuergerechtigkeit, Umwelt- und Verbraucherschutz und vieles mehr sorgen: „Sie sind für erfolgreiches Wirtschaften ebenso unerlässlich wie für den Zusammenhalt der Gesellschaft.“

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) ist mit 164.000 Mitgliedern die größte Fachgewerkschaft im dbb. Der Bundesvorsitzende des VBE, Tomi Neckov, kommentiert: „Über ein Drittel aller Beamtinnen und Beamten sind an Schulen zu finden. Oder anders: Fast drei Viertel (74,1 %) aller Beschäftigten im Schuldienst der Länder sind verbeamtet. Das ist gut und richtig, um allen Kindern einen verlässlichen Zugang zu guter Bildung zu gewährleisten. Nur so kommen wir dem Ziel näher, Bildungsgerechtigkeit zu verwirklichen. Dabei sorgt der Beamtenstatus für Verlässlichkeit, Stabilität und das Funktionieren des Schulbetriebs. Es ist deshalb wichtig, sich nicht von kurzfristigen Versprechungen leiten zu lassen, sondern das große Bild zu sehen. Die Kampagne macht sichtbar, wie relevant die Aufgaben, welche von Personen im öffentlichen Dienst ausgeübt werden, für den deutschen Staat sind.“

Pressekonferenz: Der BPV klagt gegen das Land Brandenburg

Der Brandenburgische Pädagogen-Verband (BPV) hat nicht leichtfertig zu diesem rechtlichen Schritt gegriffen.

Er hat im Gesetzgebungsverfahren alle demokratischen Wege genutzt, um auf die Folgen dieser Pflichtstundenerhöhung hinzuweisen, Vorschläge zu machen und auf belastbare Datengrundlagen zu drängen. Diese Hinweise, diese Erfahrungen aus der Praxis, sind weitgehend unberücksichtigt geblieben. An diesem Punkt ist für den BPV eine rote Linie erreicht. Mit dem Normenkontrollverfahren soll diese rote Linie nun juristisch markiert werden.

Es geht hier nicht um „nörgelnde“ oder „meckernde“ Lehrkräfte. Es geht um die Frage, ob der Staat sich an seine eigenen Grenzen hält, wenn er Arbeitszeit für Lehrkräfte regelt – und ob politische Versprechen zur Entlastung ernst gemeint sind oder nur auf dem Papier stehen.

Aus Sicht des BPV handelt es sich – juristisch nüchtern formuliert – um eine nicht tragfähige Kompensation. Im Klartext: Es ist eine Mogelpackung!

Lehrkräften wird Entlastung versprochen, aber im Ergebnis bleibt die Mehrarbeit, während die „Entlastung“ vielfach aus Ankündigungen, Modellprojekten oder kleineren Verwaltungsänderungen besteht, die die strukturelle Überlastung nicht ansatzweise auffangen.

Es ist legitim und richtig, sich gegen eine solche Regelung zu wehren. Wer die eigenen Rechte und Belastungsgrenzen verteidigt, ist kein „Meckerer“. Lehrkräfte, die sich organisieren und rechtliche Schritte gehen, handeln nicht aus Bequemlichkeit, sondern aus Verantwortung – auch gegenüber den Schülerinnen und Schülern.

Dr. Katharina Sponholz (Rechtsanwältin) unterstützt mit ihrem Mandat für den BPV diese Forderungen.

Hartmut Stäker (Präsident des BPV) benennt der Landesregierung noch einmal deutlich das Problem:

Ein Arbeitgeber kann die Motivation seiner Beschäftigten am stärksten erhöhen, indem er Wertschätzung, Entwicklungsmöglichkeiten, Autonomie, faire Bedingungen und ein sinnstiftendes Arbeitsumfeld schafft.

Kinder und Jugendliche zu bilden und zu erziehen ist eine sehr soziale Aufgabe, die Zeit, Kraft und Empathie verlangt und auch Zeit, Kraft und Geld kostet!

BPV Fachtagung

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Jetzt schon den Termin für die jährliche Fachtagung der BPV-Südverbände am Mittwoch, 22.04.5026 ab 13:00 Uhr im Kalender vormerken und einplanen.

Wir haben wieder interessante Veranstaltungen ausgewählt. Die meisten Referentinnen und Referenten haben bereits zugesagt und wir stecken in der Ablaufplanung des Tages. Bisher wissen wir schon, dass Seminare zu folgenden Themen auf dem Programm stehen werden:

  • Resilienzförderung mit der Referentin Frau Keller-Zimmermann,
  • Schulrecht mit Referent Andreas Zimmermann,
  • Sucht und Prävention mit Referenten der Polizei und Original-Drogenkoffer,
  • tiergestützter Unterricht (Referentin Christiane Scholze).

Die Einladungen gehen demnächst in die Schulen. Es wird wieder eine anerkannte Fortbildungsveranstaltung sein.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und zahlreiche Anmeldungen.

Auch Nicht-BPV-Mitglieder können sich bei uns weiterbilden! Und, sagen Sie es weiter!

10 Forderungen des BPV für Bürokratieabbau im Bildungsbereich

Am 12.12.2025 war der BPV in der Anhörung des Sonderausschusses des Landtages zum Bürokratieabbau im Bildungsbereich. Der BPV hat hier 10 Forderungen zum Bürokratieabbau in den Schulen des Landes vorlegegt. Das MBJS muss diese nun prüfen und dem Ausschuss im März über die Machbarkeit Rechenschaft ablegen. Sie haben weitere Ideen? Schreiben Sie uns unter kontakt@bpv-vbe.de

10 Forderungen für Bürokratieabbau

Lehrkräfte stärken und Prozesse professionalisieren

1. Alle digitalen Fachverfahren (z. B. weBBschule, ZENSOS, Schulportal) werden so angepasst, dass sämtliche Arbeitsvorgänge der Lehrkräfte und Schüler:innen vollständig digital, medienbruchfrei und ohne Papierformulare möglich sind. Parallele Papieranträge, Unterschriftsmappen und Papierakten werden komplett ersetzt.

Prozesse, die automatisierbar sind, wie Bescheide, Abfragen und Meldungen, werden automatisiert.

2. Bescheide und Genehmigungen der Schulleitung, des Staatlichen Schulamtes, der ZBB und anderen Einrichtungen erfolgen elektronisch über die Landesplattformen. Papierhafte Rückläufe werden zur Ausnahme mit besonderer Begründung. Sie werden grundsätzlich auf ein notwendiges Maß reduziert.

3. Alle landeseigenen Portale werden responsiv und so für alle Arten digitaler Endgeräte (insb. Diensttablets) optimiert; die Nutzung über mobile Endgeräte wird nicht behindert, sondern ausdrücklich ermöglicht.

 

Verwaltungspersonal aufwerten und ausbauen

4. Jede Schule erhält eine auskömmliche Ausstattung mit Schulmanagern sowie Schulsekretariaten, die explizit für Verwaltungs- und Organisationsaufgaben zuständig sind und Lehrkräfte sowie Schulleitungen von administrativen Aufgaben freistellen.

5. Die Eingruppierung von Schulsekretariaten wird an vergleichbare Verwaltungsfunktionen der Kommunen angepasst. (E6 in der Schule vs. E8 in der Stadtverwaltung bei gleicher Ausbildung) Die Arbeit in den Schulen ist nicht weniger wert! Dieser Missstand muss beseitigt werden, um die Attraktivität der Stellen zu erhöhen.

 

Inklusion entbürokratisieren

6. Verfahren rund um Inklusion, Nachteilsausgleiche und sonderpädagogische Förderung werden verschlankt und digitalisiert: Förderverfahren werden vereinfacht, digitale Antragsstrecken und Standardformulare sowie verbindliche Bearbeitungsfristen werden etabliert, damit die Unterstützung schnell bei den Schüler:innen ankommt.

 

 

Entscheidungswege und Genehmigungen vereinfachen

7. Es wird kritisch geprüft, bei welchen Entscheidungen das Schulamt, das MBJS oder weitere Landeseinrichtungen zusätzlich zur Schule beteiligt werden müssen. Entscheidungen, bei denen die Expertise der Schule ausschlaggebend ist, werden konsequent von den Schulen eigenständig getroffen.

8. Der Grundsatz lautet: „Digital first, analog nur noch im Ausnahmefall“ z.B. bei Beurlaubungen von Schüler:innen, bei der Ausgabe von Schülerausweisen (möglich als App) und bei innerdienstlichen Vorgängen, wie Schüler:innen- und Lehrkräfteakten

 

Rechtliche Standards des 21. Jahrhunderts

9. Schulgesetz und Schulraumverordnung werden dahingehend überarbeitet, dass digitale Endgeräte, Netzinfrastruktur und digitale Arbeitsplätze für Unterricht und Lehrkräfte ausdrücklich als Standard der Mindestausstattung festgeschrieben werden, einschließlich eines rechtlich gesicherten, modernen Arbeitsplatzes für jede Lehrkraft.

10. Brandenburg ist das Bundesland mit der höchsten „Regelungswut im Bereich des Schulrechts“ (Prof. Felix Hanschmann, 2024) Daher gilt bei jeder schulrechtlichen Neuregelung: Alte Regelungen sind lückenlos und kritisch auf Sinnhaftigkeit zu prüfen, zusammenzufassen und im Hinblick auf Bürokratie und Digitalisierungsoptionen und zu reduzieren.

Mal `ne ruhige Kugel schieben? Aber nicht mit uns! Der BPV-Pokal im Bowling

Waren Sie schon mal mit den Kolleginnen und Kollegen bowlen?

Wenn nicht, dann wird es höchste Zeit, denn Teamgeist und Spaß sind das, was wir gegenwärtig dringend brauchen.

Sollten Sie bereits aktive Bowler mit Ihren Kollegien sein, dann umso besser!

Wir rufen alle Schulkollegien auf, an unserem Bowlingturnier teilzunehmen!

Bedingungen für die Teilnahme:

  • Die Mannschaft besteht aus 6 Mitspielern (davon mindestens 2 BPV-Mitglieder).
  • Bis Ende Januar können Sie eine Bowlingbahn Ihrer Wahl aufsuchen und trainieren.
  • Die Ergebnisse schicken Sie uns per E-Mail und mit Foto der Spielergebnisse zu.
  • Die besten Mannschaften werden im Frühjahr nach Potsdam zur Endrunde um den BPV-Pokal eingeladen.

Einsendeschluss der Ergebnisse (Foto der Ergebnisliste und Namen der Teilnehmer) ist der 31.01.2026 an adler@bpv-vbe.de

Wir hoffen auf eine rege Beteiligung und den teilnehmenden Mannschaften viel Spaß!

Ohne Entlastung keine Entwicklung – Schulleitungen am Limit! Die forsa-Schulleitungsumfrage

  • Repräsentative forsa-Umfrage unter mehr als 1.300 Schulleitungen zeigt auf, dass die Leitungszeit der Schulleitungen viel zu gering ist.
  • Die drängendsten Herausforderungen stagnieren seit Jahren auf einem hohen Niveau – und werden von Politik nicht gelöst.
  • Förder- und Sonderschulen sind deutlich schwerer von mangelhaften Arbeitsbedingungen betroffen.

Im Rahmen des vom Verband Bildung und Erziehung (VBE) gemeinsam mit FLEET EDUCATION veranstalteten Deutschen Schulleitungskongresses (DSLK) hat der VBE auch in diesem Jahr das Meinungsforschungsinstitut forsa damit beauftragt, eine repräsentative Befragung unter 1.312 Schulleitungen durchzuführen. Die Ergebnisse präsentiert der stellvertretende Bundesvorsitzende und Kongressverantwortliche des VBE, Tomi Neckov, am Freitag in Düsseldorf.

Leitungszeit

Erstmals wurden Schulleitungen im Rahmen der diesjährigen Umfrage danach befragt, ob die ihnen zugestandene Leitungszeit ausreicht, um die Leitung und Weiterentwicklung der Schule sicherstellen zu können. Der Befund ist klar: Nur ein Prozent der Schulleitungen hält die ihnen zur Verfügung stehende Leitungszeit für ausreichend. 82 Prozent sagen klar: Die Zeit reicht nicht, um Schulen gut zu führen und weiterzuentwickeln. Tomi Neckov: „So kann Schule den Anforderungen, die an sie gestellt wird, nicht gerecht werden. Wir fordern keinen Luxus, sondern die Grundlage für gute Bildung. Schulleitungen brauchen Entlastung, Förderung und Unterstützung, um ihrem Job nachkommen zu können. Fast alle befragten Schulleitungen fordern zusätzliche Leitungsstunden, multiprofessionelle Teams oder mehr Gestaltungsspielraum. Hinter all diesen Forderungen steckt der Wunsch nach mehr Zeit.“

Berufszufriedenheit

Im Bereich der Belastungsfaktoren und Verbesserungswünsche stagnieren die Befunde seit Jahren auf einem hohen Niveau. Zwar geben weiterhin 85 Prozent an, ihren Beruf sehr oder eher gerne auszuüben, doch nur rund die Hälfte würde den Beruf aktiv weiterempfehlen – ein Wert, der sich seit 2021 kaum verbessert hat. Belastungsfaktoren wie das stetig wachsende Aufgabenspektrum (96 Prozent), steigende Verwaltungsarbeiten (93 Prozent), fehlende Zeitressourcen (92 Prozent) und der Erwartungsdruck, gesellschaftliche Probleme lösen zu sollen (95 Prozent), führen dazu, dass gut ein Drittel der Schulleitungen ihre Aufgaben nur noch gelegentlich oder nie zur eigenen Zufriedenheit erfüllen kann. Neckov kommentiert: „Leider können wir keine Verbesserungen erkennen. Schulleitungen leiden seit Jahren unter den gleichen Missständen und eine Verbesserung lässt weiter auf sich warten. Dies wäre selbst ohne die zusätzlichen Herausforderungen, die immer wieder auf die Schulen abgewälzt werden, ein Armutszeugnis. Wir leben allerdings in Zeiten, in denen wir immensen gesellschaftlichen Herausforderungen begegnen müssen. Und in Zeiten der Krise ist Stagnation kein Fort- sondern ein Rückschritt.“

In der aktuellen VBE-Umfrage werden erstmals gezielt Motive erfasst, warum Schulleitungen ihren Beruf weiter ausüben, obwohl sie diesen vermutlich nicht weiterempfehlen würden. 36 Prozent derjenigen, die keine Weiterempfehlung aussprechen, geben als wichtigsten Beweggrund an, wegen der Kinder bzw. der Schülerinnen und Schüler weiterhin im Amt zu bleiben; für 30 Prozent ist das Kollegium entscheidend, 25 Prozent bleiben aufgrund ihres Willens, Schule zu gestalten. Weitere Motive sind Verantwortungsgefühl (12 Prozent), Freude an der Arbeit (9 Prozent), Sinnhaftigkeit der Tätigkeit (9 Prozent) und Berufung (7 Prozent). Tomi Neckov betont: „Die Bildungsministerien können froh und dankbar sein, dass Schulleitungen trotz all der Herausforderungen und Krisen nicht das Handtuch werfen. Sie machen weiter: Im Sinne der Schülerinnen und Schüler, aufgrund des starken Teams, das sie leiten oder aufgrund ihres unbedingten Willens, Schule doch noch positiv gestalten zu können. Hätten wir nicht so engagierte Kolleginnen und Kollegen, stünden wir heute vor noch deutlich größeren Herausforderungen.“

Lehrkräftemangel und schulformspezifische Herausforderungen

Die aktuelle Umfrage zeigt zudem, dass auch der Lehrkräftemangel ein zentrales Problem für Schulleitungen bleibt. Die öffentlichkeitswirksam präsentierte Lösung des Lehrkräftemangels aufgrund demografischer Entwicklungen ist in den Schulen bislang nicht angekommen. Im Schnitt fehlen pro Schule 1,4 Lehrkräfte. Da allerdings 47 Prozent der Schulen alle Stellen besetzen konnten, bedeutet dies, dass betroffene Schulen umso mehr offene Stellen zu beklagen haben. Zudem hat es hier im Vergleich zu den letzten Jahren nur marginale Verschiebungen gegeben (2024: 1,2 offene Stellen; 2023: 1,5 offene Stellen). Besonders hoch ist die Belastung an Förderschulen, wo im Durchschnitt 4,1 Stellen pro Schule unbesetzt sind. Auch hier gilt: Fast ein Viertel der Förder- und Sonderschulen konnten alle Stellen besetzen. Dort wo Mangel herrscht, trifft es die Schulen umso härter. Bundesweit gibt ein Viertel der Schulleitungen an, ihre Schule werde künftig sehr stark vom Lehrkräftemangel betroffen sein. Obwohl der Anteil im Vergleich zu 2022 (43 Prozent) zurückgegangen ist, bleibt die Einschätzung alarmierend. Auch hier ist die Belastung an Förderschulen besonders hoch, wo 43 Prozent der Schulleitungen erwarten, zukünftig sehr stark durch den Lehrkräftemangel betroffen zu sein. Neckov nimmt die Politik in die Pflicht: „Der Lehrkräftemangel bleibt das Problem unserer Zeit. Es reicht nicht aus, wenn die Politik sich darauf verlässt, dass es in ein paar Jahren möglicherweise besser werden soll. Wir brauchen die Entlastung jetzt und nicht später. Die Behebung des Lehrkräftemangels muss weiterhin die zentrale Aufgabe der Bildungspolitik sein. Der Beruf muss attraktiver werden. Wir brauchen bessere Arbeitsbedingungen, mehr Gestaltungsspielraum an der Schule, eine zeitgemäße Ausbildung für Lehrkräfte und eine angemessene Bezahlung. Zudem brauchen wir dringend einen flächendeckenden Einsatz multiprofessioneller Teams.“

Die besonderen Herausforderungen der Förderschulen nimmt er kritisch in den Blick: „Politik muss den Hebel weiter und stärker dort ansetzen, wo der Bedarf am höchsten ist. Das Startchancenprogramm ist ein sehr guter Ansatz – die Bürokratie, die dahintersteckt, leider nicht. Wir dürfen diejenigen, die am dringendsten auf unsere Hilfe angewiesen sind, nicht im Stich lassen.“

Fort- und Weiterbildung

In diesem Jahr wurde ebenfalls erstmals erfragt, worauf Schulleitungen bei staatlichen Fortbildungsangeboten Wert legen. Demnach wünschen sich Schulleitungen mehrheitlich vor allem Planbarkeit in Form fester Zeitfenster, um eine regelmäßige Struktur für Fortbildungen festzulegen (59 Prozent) und eine bessere inhaltliche Orientierung der Angebote auf die Herausforderungen der Schulleitung (53 Prozent). Gut ein Drittel der Schulleitungen bemängelt allerdings auch die Qualität des derzeitigen Fortbildungsangebots und ein mangelndes Fortbildungsbudget. Immerhin noch mehr als jede zehnte Schulleitung wünscht sich schlichtweg mehr Angebote.

Fazit

Bei all den genannten Herausforderungen wundert es nicht, dass Schulleitungen wenig zufrieden mit der Schulpolitik sind. Mehr als acht von zehn Schulleitungen sind eher oder sehr unzufrieden. Die Kritik richtet sich insbesondere gegen die fehlende Berücksichtigung der tatsächlichen Schulrealität durch politische Entscheidungen, ungenügende finanzielle und personelle Ausstattung sowie den mangelnden Rückhalt für Schulleitungen in ihren Aufgaben. VBE-Vize Tomi Neckov fordert: „Wir brauchen eine nachhaltige Bildungspolitik, die die Lebens- und Arbeitsbedingungen an Schulen deutlich verbessert. Dazu gehören eine ausreichende personelle Ausstattung, mehr Leitungszeit und Anrechnungsstunden für Schulleitungen, gezielte Fortbildungsangebote sowie ein entschlossener Bürokratieabbau. Die Politik muss die Stimme der Schulleitungen ernst nehmen und echte Handlungsspielräume schaffen, um die vielfältigen Herausforderungen im Bildungsalltag zu bewältigen und die Qualität der schulischen Arbeit langfristig zu sichern.“

Quelle: VBE Bund

Neues Team im Regionalverband West-Brandenburg

Am 18.11.2025 fand die konstituierende Sitzung des Regionalverbandes West-Brandenburg statt. Dabei wurde der neue Vorstand gewählt:

  • Vorsitzende: Kerstin Riemer
  • Stellvertretung: Jördis Kayser und Mandy Wenzlaff
  • Schatzmeisterin: Janett Loth
  • Beisitzende: Anselm Siegel und Andrea Hölzer

Wir freuen uns auf eine engagierte und konstruktive Zusammenarbeit.

Gemeinsam möchten wir den Verband weiter stärken, neue Impulse setzen und unsere Region mit frischen Ideen, Offenheit und Mut für die Zukunft gestalten.

Wir sind bereit! – Forderungsfindung zum Auftakt der Einkommensrunde TVL

Die heutige Forderungsfindung der Bundestarifkommission bildete den Auftakt der Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL), die unter der Führung des Hamburger Finanzsenators Andreas Dressel am 3. Dezember 2025 starten. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) wird am Verhandlungstisch durch den dbb vertreten.

Für den zweiten Vorsitzenden des dbb Fachvorstand Tarifpolitik Andreas Hemsing ist klar: „Verbesserungen bei Bezahlung, Arbeitsbedingungen und Personalpolitik stehen im Fokus. Der zunehmende Personalmangel macht den öffentlichen Dienst weniger attraktiv und kann langfristig die Leistungen für die Bürgerinnen und Bürger beeinträchtigen. Teilweise ist dies heute schon spürbar, ob in Kitas, Schulen oder der Verwaltung. Wir dürfen uns weder im Vergleich zu Bund und Kommunen noch gegenüber der Privatwirtschaft abhängen lassen.“

Die Gewerkschaften haben sich auf folgenden Forderungskatalog geeinigt:

  • Erhöhung der Tabellenentgelte um 7 Prozent, mindestens 300 Euro
  • Erhöhung aller Zeitzuschläge in § 8 Abs. 1 TV-L um 20 Prozent
  • Laufzeit 12 Monate

Rita Mölders, stellvertretende VBE Bundesvorsitzende für den Arbeitsbereich Tarifpolitik, ergänzt: „Der enorme Fachkräftemangel prägt das Geschehen in unseren Schulen und Kindertageseinrichtungen, die Belastungen steigen mittlerweile ins Unermessliche. Dennoch geben die Kolleginnen und Kollegen trotz der massiven Herausforderungen jeden Tag ihr Bestes. Allein mit fairen und modernen Rahmenbedingungen können wir unsere Schulen und Kindergärten zukunftssicher gestalten, Lehrerinnen und Lehrer sowie gutes pädagogisches Personal gewinnen bzw. halten. Nur so können wir die Beschäftigten entlasten und die Leistungsfähigkeit nachhaltig sichern. Die heutige Forderungsfindung war ein Auftakt in kämpferische Einkommensrunde.“

Gerhard Brand, Bundesvorsitzender des VBE, betont: „Ein starker Tarifabschluss ist nicht nur ein wichtiges Zeichen nach außen, er wirkt auch nach innen und bringt den Kolleginnen und Kollegen, die sich bereits im System befinden, Dank und Wertschätzung entgegen. In den letzten Jahren sind Lehrkräfte, aber auch Erzieherinnen und Erzieher weit über ihre Belastungsgrenze hinaus gegangen. Nur so war es möglich, Schulen und Kitas am Laufen zu halten. Jetzt ist es an der Zeit, dies zu würdigen.“

Nach Abschluss der Tarifverhandlungen erfolgt in der Regel eine Anpassung der Landesbesoldung und Landesversorgung.


Hintergrund:

Von den Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) sind etwa 3,5 Millionen Beschäftigte betroffen: Direkt ca. 1,1 Millionen Tarifbeschäftigte der Bundesländer (außer Hessen), indirekt ca. 1,4 Millionen Beamtinnen und Beamte der entsprechenden Länder und Kommunen sowie rund eine Million Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfänger. Es sind drei Verhandlungsrunden für den 3. Dezember 2025, den 15./16. Januar 2026 sowie den 11.-13. Februar 2026 vereinbart.

Weitere Informationen finden Sie auf der Sonderseite zur Einkommensrunde mit den Ländern.

Einstimmung auf die Festtage

Wie das duftet! Den ganzen Ausflugtag über begleiteten uns wunderbare Düfte. Und, diese weckten schon die weihnachtliche Vorfreude. Bei unserem diesjährigen Herbstausflug mit dem Motto „Pfefferkuchen und Gans“ ging es von Pulsnitz nach Wermsdorf. Der Pulsnitzer Pfefferkuchenmarkt war unser erstes Ziel. In langen Schlangen vor den Pfefferküchlern auf dem Marktplatz wurden die Leckereien eingekauft. Aber auch die ersten Weihnachtsgeschenke landeten in unseren Taschen.

Da Kultur nicht fehlen darf, ging es weiter nach Wermsdorf zum Schloss Hubertusburg, Die Gästeführer zeigten uns mit interessanten Fakten und historischen Anekdoten dieses Schmuckstück von innen und außen.

Letzte Station war der Gänsemarkt. Abendbrotzeit. Fast niemand konnte dem Duft vom Gänsebraten widerstehen. Gesättigt, mit vollem Magen und vollen Taschen ging es zurück nach Hause.

Meike Holtsch